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Oberkirchenrat
10. Juni 2018

Kongress: Lasst uns Integration wagen!

Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann. Foto: Mirjam Alber
Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann. Foto: Mirjam Alber

Schwäbisch Gmünd (idea) – Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann (Stuttgart), hat dazu aufgerufen, Zuwanderer bei der Integration zu unterstützen. Er äußerte sich am 10. Juni bei der Eröffnung des dreitägigen Integrationskongresses im Christlichen Gästezentrum Schönblick (Schwäbisch Gmünd). Er steht unter dem Motto „Angekommen! Angenommen? Integration wagen – Chancen und Herausforderungen für Christen“. Wie Kaufmann sagte, gibt es einen biblisch-theologischen Auftrag der Nächsten- und Feindesliebe. Christus selbst sei der Grund, „der uns bewegt und treibt, dem Frieden nachzujagen und jedermann, jeder Frau und jedem Kind, Gutes zu tun“. Deswegen sagten auch Kirche und Diakonie „entschieden Nein“ zu Diskriminierung, Ausgrenzung und allen Formen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Jeder Flüchtling bringe mit seiner Geschichte auch die Botschaft von der Zerbrechlichkeit des Lebens, etwa „durch Kriege und Bürgerkriege, extremen Klimawandel, bittere Armut, die einem keine andere Wahl lässt, als woanders hinzugehen“. Wichtig sei, alle bei der Integration mitzunehmen. Oft macht Kaufmann zufolge den Menschen das Neue Angst, die selbst Not hätten und am Rand der Gesellschaft stünden: „Integration wagen heißt deshalb dafür sorgen, dass alle mitkommen.“ Für Kirche und Diakonie sei es ein zweiseitiger Prozess. Er brauche zum einen gute Rahmenbedingungen für alle sowie eine verantwortungsvolle Politik und zum anderen Menschen, die Integration lebten.

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Mehr als 40 Kooperationspartner

Der Politikbeauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz der Bundesregierung in Berlin, Uwe Heimowski, berichtete von einer Seniorin, die 1945 als Achtjährige aus Schlesien nach Gera flüchten musste. Die Familie habe alles verloren. Im Gottesdienst in einer baptistischen Gemeinde in Gera habe sie damals ein Püppchen geschenkt bekommen. Mehr als 70 Jahre später habe sie das Spielzeug verbunden mit einer Geldspende und einem Brief an die Gemeinde geschickt. Sie wolle damit etwas zurückgeben und die Gemeinde unterstützen, die eine Kindertagesstätte auch für Flüchtlingskinder baue. Heimowski ermutigte dazu, Fluchtgeschichten zu erzählen. Auch das könne zur Integration beitragen. An dem Kongress nehmen rund 400 Personen teil. Veranstalter sind die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), die Deutsche Evangelische Allianz und der Schönblick. Kooperationspartner sind 44 zumeist christliche Werke, darunter auch die Evangelische Nachrichtenagentur idea.

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