Menschenrechte

Pakistan: Christ vor fünf Jahren zum Tode verurteilt

Lesezeit: 2 min

Nadeem James stellte sich am 12. Juli 2016 der Polizei. Foto: Privat
Nadeem James stellte sich am 12. Juli 2016 der Polizei. Foto: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (IDEA) – Zum „Gefangenen des Monats Oktober 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Nadeem James benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den von der Todessstrafe bedrohten 32-jährigen Vater von zwei Kindern einzusetzen und für ihn zu beten.

Der katholische Christ aus Sarai Alamgir im Distrikt von Gujrat (Provinz Punjab) stellte sich am 12. Juli 2016 der örtlichen Polizei, nachdem sie nach ihm gesucht und seine zwei Schwägerinnen festgenommen hatte. Dem ausgebildeten Schneider, der weder Lesen noch Schreiben gelernt hat, wird Blasphemie (Gotteslästerung), insbesondere die Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed vorgeworfen. In erster Gerichtsinstanz wurde er deswegen bereits am 14. September 2017 zum Tode verurteilt. Mittlerweile wartet er seit fünf Jahren auf sein Berufungsverfahren. Nadeem James soll angeblich am 4. Juli 2016 ein despektierliches Gedicht an seinen Freund Yasir Bashir über die Kurznachrichten-Anwendung WhatsApp geschickt haben.

Laut Verteidigung haben Bashir und zwei weitere muslimische Männer versucht, ihn zur Annahme des islamischen Glaubens zu drängen. James beharrte aber darauf, Christ bleiben zu wollen und bat vergeblich um Verständnis. Schließlich zeigte ihn Bashir wegen Gotteslästerung an.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Arif Alvi zu wenden. Er solle alles in seiner Macht Stehende tun, damit sich die nächste Instanz mit dem Fall zügig auseinandersetzt. Der Präsident solle sich angesichts einiger Lynchdelikte in der Vergangenheit für den Schutz des Christen und seine körperliche Unversehrtheit einsetzen.

Von den über 222 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 96 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und 1,3 Prozent Hindus.

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