Menschenrechte, Bericht
Ein Glaube, der alles kostet
In Somalia kann der Glaube an Jesus lebensgefährlich sein. Christen drohen Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt. Coworkers erzählt die Geschichte eines Mannes, der trotz dieser Gefahr an seinem Glauben festhält.
Lesezeit: 5 min
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Hintergrundinformationen
Die seit 2012 in Teilen des Landes geltende provisorische Verfassung der Bundesrepublik Somalia sichert allen Bürgern unabhängig von der Religion gleiche Rechte zu. Zugleich ist der Islam jedoch Staatsreligion und die Scharia Quelle der Gesetzgebung. In den Teilregionen wie Somaliland oder Puntland geht die Justiz aktiv gegen vermeintliche christliche Einflüsse vor. Ein Glaubenswechsel weg vom Islam und die Verbreitung anderer Religionen sind je nach Region entweder indirekt oder ausdrücklich untersagt. Fast alle Christen im Land sind ehemalige Muslime.
Die somalischen Behörden und auch die Gesellschaft im Allgemeinen zeigen keine Toleranz gegenüber Konvertiten, die sich vom Islam abgewendet haben. Christen treffen sich, wenn überhaupt, in kleinen Hauskreisen. Schon der Besitz christlicher Schriften kann lebensgefährlich sein. Besonders gefährdet sind Christen in den von der islamistischen Miliz Al-Shabaab kontrollierten Gebieten im Süden und Südwesten. Gefahr geht auch von Familien, Clans und Nachbarn aus. Schon der Verdacht einer Konversion kann zu Entführung oder Tötung führen. Frauen drohen zudem sexualisierte Gewalt und Zwangsverheiratung.