Frei-/Kirchen
In rauen Zeiten von diktaturerfahrenen Christen lernen
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Dresden (IDEA) – Wenn Deutschland nach Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier „härtere und raue Jahre“ bevorstehen, dann kann es helfen, von Christen zu lernen, die bereits eine tatsächlich schlimme Zeit erlebt haben – und zwar in der SED-Diktatur.
Daran erinnerte der Begründer der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ in der DDR, Oberlandeskirchenrat i. R. Harald Bretschneider (Dresden), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA aus Anlass des 33. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer am 9. November. Mutige Christen hätten durch eine Friedliche Revolution zum Ende der zweiten Diktatur im 20. Jahrhundert in Deutschland wesentlich beigetragen.
40 von ihnen berichten darüber in der Reihe „Glaube, Mut & Freiheit“ in jeweils etwa 15-minütigen Interviews. Einige von ihnen – u. a. Uwe Holmer und Christoph Wonneberger – stehen anlässlich des Jahrestages nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Gemeindevorführungen kostenlos zum Anschauen bereit auf der Seite (Rubrik: „Zeitzeugen der Friedlichen Revolution in Sachsen“).
Gauck spendet für eine „großartige Initiative“
Initiiert und gefördert hat die Interview-Reihe der 2018 vor allem von christlichen Bürgerrechtlern gegründete Verein „Glaube, Mut und Freiheit – in der DDR und danach“. Altbundespräsident Joachim Gauck, der die Gründungsmitglieder zweimal empfangen hat, lobte den Verein und sein Vorhaben als „großartige Initiative“, für die er auch persönlich gespendet hat.
Der Vereinsvorsitzende Bretschneider bedauerte, dass die EKD trotz mehrfacher Zusagen die filmischen Zeugnisse ihrer tapferen Mitglieder in der Opposition gegen die DDR-Diktatur mit keinem Cent unterstützt habe. Leider sei, so Bretschneider, das Interesse daran, wie eine sozialistische Diktatur überwunden wurde, kaum noch vorhanden. Trotzdem lasse sich der als gemeinnützig anerkannte Verein nicht entmutigen und plane in der Hoffnung auf Spenden weitere Zeitzeugeninterviews.
Ein Film über die Selbstverbrennung von Pfarrer Brüsewitz?
Auch wolle man einen Film über Pfarrer Oskar Brüsewitz ermöglichen, der sich 1976 in Zeitz bei Leipzig aus Protest gegen die Diskriminierung von Christen in der DDR selbst verbrannte. Mit der weltweit Aufsehen erregenden Aktion sei er zum Wegbereiter der Friedlichen Revolution geworden.
Alle Interviews der Reihe „Glaube, Mut & Freiheit“ wurden mit Hilfe des Produzenten Alexander Thies (Berlin/Halle an der Saale) und seiner Projektleiterin Henriette Gotaut hergestellt. Sie sind bekannt geworden durch ihre Filme über Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer. Ehrenamtlicher Geschäftsführer des Vereins ist Helmut Matthies (Brandenburg an der Havel).
Weitere Informationen unter www.glaube-mut-freiheit-ddr.de