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Glaube

Glaube ist wichtigster Faktor, um Erkrankungen zu vermeiden

02.05.2022

Der Professor für Psychologie und Counseling (Beratung) an der Internationalen Hochschule Liebenzell, Ulrich Giesekus. Foto: Johannes Fenn
Der Professor für Psychologie und Counseling (Beratung) an der Internationalen Hochschule Liebenzell, Ulrich Giesekus. Foto: Johannes Fenn

Würzburg (IDEA) – „Glaube ist der wichtigste Faktor, wenn es um Vermeidung seelischer und körperlicher Erkrankungen geht.“ Diese Ansicht vertrat der Professor für Psychologie und Counseling (Beratung) an der Internationalen Hochschule Liebenzell, Ulrich Giesekus (Freudenstadt), auf dem 11. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge. Er findet vom 1. bis 4. Mai in Würzburg statt. Die Tagung mit 800 Teilnehmern steht unter dem Motto „Wenn Angst und Polarisierung auf Hoffnung und Liebe treffen“.

Giesekus zufolge bietet der Glaube vielen Menschen emotionale Entlastung, moralische Orientierung, soziale Unterstützung und die Möglichkeit für eine positivere Sicht auf die eigenen Lebensumstände. Durch Religionen vermittelte Tugenden wie Weisheit, Mut, Gerechtigkeit, Liebe und Mäßigung würden dabei helfen, gut zu leben. Religion sei daher für viele Menschen ein wichtiger Faktor seelischer Gesundheit.

Angstbesetzter Glaube führt zum Schaden

Nach den Worten von Giesekus gilt allerdings die Einschränkung, dass „angstbesetzte und streng restriktive religiöse Ausprägungen die Glaubenspraxis zum Schadensfaktor“ werden lassen. So könnten Christen in ihrer Gemeinde neben allem Guten auch erdrückende „fromm begründeten Machtmissbrauch“, autoritäre Strukturen und verschwörerisches Schweigen erleben, welches den „guten Ruf“ der Kirche vor die Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauches stelle.

Kirche kann Gegensätze integrieren

Ferner äußerte sich Giesekus zu Polarisierungen in der Gesellschaft. Ihm zufolge kann die Kirche Gegensätze integrieren. So hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten „viel Polarisierung in echtes Wohlgefallen aufgelöst“. Dies gelte etwa für unterschiedliche Musikstile und für Themen wie Frauen auf der Kanzel, Wiederheirat Geschiedener, Zungenrede und Geistesgaben, Ökumene und Schriftverständnis.

Giesekus: „An vielen Orten sind charismatische und andere evangelische Christen in vertrauter Allianz-Gemeinschaft verbunden, die sich noch vor einer Generation den Glauben absprachen. Werde er als Evangelischer gelegentlich in einen römisch-katholischen Gottesdienst eingeladen, „predige ich nicht nur gerne, sondern empfinde auch den Ritus eines Gottesdienstes mit Messdienern, Weihrauch und Altarschellen nicht mehr befremdlich, sondern lediglich anders“, so Giesekus. Auch bei seinem Arbeitgeber, der Internationalen Hochschule Liebenzell, gebe es eine große Bandbreite und „innerpietistische Pluralität“ zu vielen Fragen des Glaubens und des Lebens.

Veranstalter des Kongresses ist die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) mit Sitz im nordhessischen Frankenberg. Sie möchte Begegnungen zwischen Psychotherapie und christlicher Seelsorge in Wissenschaft und Praxis fördern. Gründer und Vorsitzender ist der Ärztliche Direktor der christlichen Klinik Hohe Mark (Oberursel bei Frankfurt am Main), Martin Grabe. Er wird sein Leitungsamt nach 22 Jahren abgeben.

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