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Europa: Über 500 Hassverbrechen gegen Christen dokumentiert

Lesezeit: 2 min

Es kommt vermehrt zu Vandalismus in Kirchen – so wie hier in einer Kirche in Nigeria. Foto: Picture Alliance/ A. Yusuf Rahaman
Es kommt vermehrt zu Vandalismus in Kirchen – so wie hier in einer Kirche in Nigeria. Foto: Picture Alliance/ A. Yusuf Rahaman

Wien (IDEA) – Kirchen und Christen waren im vergangenen Jahr das Ziel zahlreicher krimineller Attacken. Das geht aus dem Jahresbericht der „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa“ (OIDAC/Wien) hervor, der am 14. November veröffentlicht wurde. Darin werden 519 antichristliche Hassverbrechen in 19 Ländern dokumentiert, die die OIDAC an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) weitergeleitet hat.

Die Beobachtungsstelle geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Fälle viel höher ist. Laut dem Bericht handelt es sich bei der großen Mehrheit der Fälle (etwa 300) um Akte des Vandalismus (Graffiti, Sachbeschädigung und Schändung). Zudem wurden rund 80 Fälle des Diebstahls von Opfergaben, religiösen Gegenständen, geweihten Hostien und kirchlichen Inventars erfasst.

Außerdem dokumentierte die Beobachtungsstelle etwa 60 Brandanschläge oder den Versuch einer Brandstiftung, mindestens 14 Fälle von körperlichen Angriffen, Beleidigungen oder Drohungen und vier Tötungsdelikte. Dabei handle es sich laut OIDAC um ungefähre Zahlen. Denn viele Fälle seien schwer zu klassifizieren, da sie mehrere Formen von Straftaten umfassten. Fälle von Vandalismus beinhalteten zum Beispiel in der Regel auch Drohungen gegen die Kirche oder Christen, Beleidigungen oder den Diebstahl von sakralen Gegenständen und Opfergaben.

Die Hemmschwelle sinkt

Die steigende Zahl von kleineren Diebstählen in Kirchen deute dabei auf einen abnehmenden Respekt vor religiösen Stätten hin. Diese Taten führten auch dazu, dass immer mehr Kirchen außerhalb der Gottesdienstzeiten aus Sicherheitsgründen ihre Türen schlössen. Das treffe insbesondere katholische Christen hart, für die das Gebet in der Kirche ein fester Bestandteil der religiösen Praxis sei.

Den Daten der OIDAC zufolge sind Frankreich (124) und Deutschland (112) die Länder mit der höchsten Anzahl von antichristlichen Hassverbrechen, gefolgt von Italien (92), Polen (60), Großbritannien (40) und Spanien (30). Die Hemmschwelle für solche Taten sinke, wie das Beispiel der Todesdrohungen und Beleidigungen zeige, die zehn Prozent der von der OIDAC im Jahr 2021 dokumentierten Fälle ausmachten.

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