Ressorts

icon-logo

Glaube

„Coming-In“: Sünde der Ausgrenzung muss aufhören

10.09.2022

Der US-Theologe David Gushee. Foto: IDEA/Julia Bernhard
Der US-Theologe David Gushee. Foto: IDEA/Julia Bernhard

Eschborn (IDEA) – Kirchengemeinden müssen aufhören, Menschen auszugrenzen, die schwul, lesbisch, bisexuell oder trans sind. Das forderte der US-Theologe David Gushee am 10. September im Eingangsvortrag des Kongresses „Coming-In“ in Eschborn (bei Frankfurt am Main). Die Initiative möchte nach eigenen Angaben Christen aus der queeren Gemeinschaft verbinden und setzt sich für ein herzliches Willkommen dieser Menschen in Gemeinden ein.

Vor rund 400 Teilnehmern aus Landes- und Freikirchen sagte der Professor für Christliche Ethik an der baptistischen Mercer-Universität (Macon/US-Bundesstaat Georgia): „Ihr Ausschluss ist eine Tragödie der Kirchengeschichte. Es ist tragisch, weil er oft mit guten Absichten einhergeht. Alle wollen gute Christen sein. Aber das Ergebnis ist sehr verletzend für viele Menschen.“ Ein ausgrenzendes Verhalten sei Sünde.

Die Diskussionen um den Umgang mit queeren Christen seien auf „der ganzen Welt“ dieselben, äußerte Gushee, der auch an der Freien Universität in Amsterdam unterrichtet: „Traditionelle Christen haben den Eindruck, die Autorität der Bibel über Bord zu werfen, wenn sie diese Menschen aktiv am Gemeindeleben beteiligen.“ Sie hätten Angst, dass diese Bewegung Teil einer liberalen Entwicklung sei, die gestoppt werden müsse: „Sie lesen die Bibel auf eine bestimmte Weise, die aber durchaus streitbar ist. Wir müssen ihnen eine andere Lesart anbieten.“

Gushee: Bund Gottes mit den Menschen gilt für jeden

Der Bund Gottes mit den Menschen gelte uneingeschränkt für jeden, so Gushee: „Alle, die an Jesus glauben und sich auf den Bund einlassen, empfangen den ganzen Segen, der durch diesen Bund kommt. In diesem Bund stehen wir alle auf der gleichen Ebene.“ Einen bestimmten Teil dieser Bundesgemeinschaft auszuschließen sei gravierend und verstoße gegen die Schrift. Homosexuell empfindende Menschen seien keine Christen zweiter Klasse.

Die globale Auseinandersetzung um die Inklusion queerer Christen in ihren Gemeinden sei anstrengend und kräftezehrend. Sie werde schneller vorbei sein als man denke, äußerte Gushee: „Und unsere Kinder werden sich fragen, worum es da überhaupt ging.“

Lesen Sie hier eine weitere Meldung von der Veranstaltung „Coming-In“:
„Coming-In“: Inklusion homosexueller Menschen fordert Gemeinden heraus
Michael Diener: Es tut mir von Herzen leid

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank. 

Jetzt spenden.