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Baden-Württemberg: Hochschulen sollen gendern

10.11.2021

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Baden-Württemberg kritisiert die neuen Leitlinien. Foto: IDEA/ Hannah Kessler
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Baden-Württemberg kritisiert die neuen Leitlinien. Foto: IDEA/ Hannah Kessler

Stuttgart (IDEA) – Den Hochschulen in Baden-Württemberg wird die Nutzung der Gendersprache empfohlen. Das hat die Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten in dem Bundesland beschlossen.

Verwendet werden solle dabei wahlweise der Genderstern, ein Doppelpunkt oder ein Unterstrich. Durch die Nutzung dieser Sonderzeichen sollen laut der Empfehlung „beim Schreiben und Lesen alle Geschlechter erfasst und sichtbar gemacht werden. In der gesprochenen Sprache kann dies durch eine Pause im Wort erzielt werden.“ Dabei gehe es vor allem um die Vermeidung des generischen Maskulinums. Das könne man auch durch geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen wie „Beschäftigte“ oder die Substantivierung von Partizipien wie bei dem Wort „Studierende“ erreichen.

RCDS: Mehrheit lehnt Gendersprache ab

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Baden-Württemberg kritisiert die neuen Leitlinien. Wie es in einer Mitteilung des Landesverbandes heißt, lehnt er „Genderzwang“ an Universitäten und Hochschulen ab. „Gendersternchen, Binnen-I und weitere geschlechtergerechte Schreibformen“ seien nicht nur grammatikalisch falsch, sondern auch „nicht in der Sprachgemeinschaft unserer Gesellschaft anerkannt“.

Der RCDS verwies auf eine Umfrage vom Mai zu dem Thema, laut der fast zwei Drittel der Bevölkerung die Gendersprache ablehnten. Sie grenze vor allem diejenigen aus, die auf eine leichte Sprache angewiesen seien oder Deutsch nicht als Muttersprache erlernten. Hochschulen seien „Orte des freien Diskurses und der freien Meinungsäußerung. Dies darf nicht durch ideologische Richtlinien im Sprachgebrauch eingeschränkt werden.“ Der Empfehlung der Landeskonferenz müsse deshalb „eine klare Absage“ erteilt werden, um die Forschungs-, Meinungs-, und Wissenschaftsfreiheit langfristig zu sichern. Deshalb fordert der RCDS die Landesregierung dazu auf, sich am Beispiel Bayerns und Schleswig-Holsteins zu orientieren und „dem Gendern an Hochschulen und Universitäten Einhalt zu gebieten“.

Spaltung und Ausgrenzung

Die Landesvorsitzende des RCDS, Noëlle Drtil (Stuttgart), vertritt die Ansicht, dass die Einführung der sogenannten Gendersprache nicht zu mehr Gleichberechtigung in der Gesellschaft, sondern vielmehr zu Spaltung und Ausgrenzung führe. „Wir müssen mit den richtigen Maßnahmen und Gesetzen statt Quoten und sprachlicher Gleichmacherei für mehr Gleichberechtigung sorgen.“ Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im baden-württembergischen Landtag, Manuel Hagel, erklärte, dass es nicht zur Bildung einer „Elitensprache“ kommen dürfe. Die SMD (früher: Studentenmission in Deutschland) mit Sitz in Marburg wollte die Empfehlung auf IDEA-Anfrage nicht kommentieren.

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