Gesellschaft

Zwei von drei sagen: Deutschland ist zu nachsichtig mit Islamisten

Diese Ansicht teilen heute deutlich mehr Befragte als 2021 bei einer gleichlautenden Frage. Besonders unter Muslimen sind die Entwicklungen beachtenswert.

Lesezeit: 2 min

Ein Muslim hält eine islamische Fahne mit dem Glaubensbekenntnis, der sogenannten Schahada, in die Höhe.
Ein Muslim hält eine islamische Fahne mit dem Glaubensbekenntnis, der sogenannten Schahada, in die Höhe. Foto: picture alliance /dpa/epa|Andy Rain

Zwei von drei Deutschen (65 Prozent) sind der Meinung, dass Deutschland zu nachsichtig mit Islamisten umgeht. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. 16 Prozent sind nicht dieser Meinung. 15 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“, fünf Prozent machten keine Angabe. 

Damit teilen aktuell deutlich mehr Befragte diese Ansicht als vor fünf Jahren: Bei einer gleichlautenden Umfrage im Jahr 2021 erklärten 57 Prozent der Deutschen, der Umgang mit Islamisten sei in Deutschland zu nachsichtig. 19 Prozent waren damals anderer Ansicht. 18 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“ und sieben Prozent machten keine Angabe. 

Bei den Altersgruppen verzeichnen besonders die 18- bis 29-Jährigen mit aktuell 49 Prozent einen Zuwachs bei der Zustimmung zu dieser These (2021: 37 Prozent). Damit liegen sie allerdings immer noch deutlich unter den anderen Altersgruppen (30- bis 39-Jährige: 63 Prozent; 40- bis 49-Jährige: 67 Prozent; 50- bis 59-Jährige: 70 Prozent; 60- bis 69-Jährige: 68 Prozent; über 70-Jährige: 69 Prozent). 

Unter den Mitgliedern der christlichen Konfessionen stimmen aktuell die Katholiken dieser These am häufigsten zu (68 Prozent; 2021: 60 Prozent), gefolgt von den landeskirchlichen Protestanten (67 Prozent; 2021: 66 Prozent) und den Freikirchlern (60 Prozent; 2021: 55 Prozent). Einen deutlichen Zuwachs gibt es bei den Muslimen: Während 2021 gerade mal 14 Prozent der Ansicht waren, dass Deutschland zu nachsichtig mit Islamisten umgeht, sind es aktuell 42 Prozent. 

Unter den Anhängern der politischen Parteien bemängeln die Sympathisanten der AfD mit 84 Prozent am häufigsten eine zu große Nachsicht im Umgang mit Islamisten, gefolgt von den Parteigängern der CDU/CSU (74 Prozent), der SPD (62 Prozent), der Grünen (49 Prozent) und der Linken (47 Prozent). 

Für die Erhebung im Zeitraum vom 28. bis 31. August 2026 zu der Frage: „Wie stehen Sie zur folgenden Aussage? Deutschland geht zu nachsichtig mit Islamisten um“, hat INSA 2.002 Bundesbürger online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die volljährige Bevölkerung in Deutschland sowie nach Geschlecht, Alter und Region.

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