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Menschenrechte

Von „Audianer_innen“ und anderen Kuriositäten

12.04.2021

Nach einer Unternehmensrichtlinie soll etwa von „Mitarbeitenden“ statt von „Mitarbeitern“ die Rede sein und das Wort „Chef“ durch „Führungskraft“ ersetzt werden. Foto: pixabay.com
Nach einer Unternehmensrichtlinie soll etwa von „Mitarbeitenden“ statt von „Mitarbeitern“ die Rede sein und das Wort „Chef“ durch „Führungskraft“ ersetzt werden. Foto: pixabay.com

Dortmund/Ingolstadt (IDEA) – Die VW-Tochter Audi verwendet seit März eine „gendersensible Sprache“ in der internen und externen Kommunikation. Dagegen gibt es Widerstand. Ein VW-Mitarbeiter hat – vertreten durch seine Rechtsanwälte Burkhard Benecken (Marl) und Dirk Giesen (Düsseldorf) – die Audi AG in Ingolstadt aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Sollte dies nicht bis zum 18. April geschehen, wird es „postwendendend einen Antrag im einstweiligen Rechtsschutzverfahren“ an das Landgericht Ingolstadt geben, so die Anwälte.

Der Verein Deutsche Sprache (Dortmund) unterstützt den Mitarbeiter in seinem Kampf gegen das Gendern, wie es in einer Mitteilung heißt. Audi will nach eigenen Angaben mit der Neuerung „allen Geschlechtsidentitäten gerecht“ werden und so ein Zeichen für Gleichberechtigung setzen.

Nach einer Unternehmensrichtlinie soll etwa von „Mitarbeitenden“ statt von „Mitarbeitern“ die Rede sein und das Wort „Chef“ durch „Führungskraft“ ersetzt werden. Außerdem kommen sogenannte „Gender-Gaps“ zum Einsatz: Diese Schreibweise verbindet die männliche und die weibliche mit einem Unterstrich: So sollen sich die Angestellten bei Audi nicht mehr „Audianer“ nennen, sondern „Audianer_innen“.

Es wird „geradezu diktatorisch eine Sprache“ von oben herab verordnet

Die Anwälte Benecken und Giesen erklärten dazu gegenüber dem Verein Deutsche Sprache: „Unser Mandant fühlt sich durch das Gendern massiv gegängelt. Er ist entsetzt, dass die Audi AG von oben herab geradezu diktatorisch eine Sprache ihren Mitarbeitern verordnen will, die der Prüfung durch die amtliche Rechtschreibung nicht im Ansatz standhält.“

Der Mandant sei in verschiedenen VW-Gremien tätig, die mit Mitarbeitern der Audi AG in ständigem Austausch stehen. Er sei daher von „diesem Gender-Unfug direkt betroffen“ und habe daher das erforderliche Rechtsschutzinteresse.

Der Verein Deutsche Sprache unterstützt die Unterlassungserklärung moralisch und finanziell. Dessen Vorsitzender Prof. Walter Krämer (Dortmund) bezeichnet das Gendern als einen „ideologisch gefärbten Versuch, Menschen zu einer Sprache zu bringen, die sie im Alltag nicht sprechen“.

Es sei „peinlich“, dass neben Unternehmen verstärkt auch Medien, Universitäten und Stadtverwaltungen „auf diesen Zug vermeintlicher Geschlechtergerechtigkeit“ aufsprängen. Das Gendern trage jedoch nicht dazu bei, die Position von Frauen und anderen oft benachteiligten Gruppen zu verbessern.

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