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Menschenrechte

Pakistan: Nach Gespräch über die Bibel droht Todesstrafe

01.03.2021

Haroon Ayub ist derzeit noch frei - anders als Salamat. Foto: The Voice Society
Haroon Ayub ist derzeit noch frei - anders als Salamat. Foto: The Voice Society

Frankfurt am Main/Wetzlar (IDEA) – Zum „Gefangenen des Monats März 2021“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Salamat Mansha benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 30-jährigen Prediger und seinen Freund Haroon Ayub (26) einzusetzen und für sie zu beten.

Beide sind wegen Blasphemie (Gotteslästerung) angeklagt, Ayub befindet sich aber nach Zahlung einer Kaution noch in Freiheit. Mansha wurde am 13. Februar in einem Park in Lahore, der Hauptstadt der Provinz Punjab, festgenommen. Er redete dort mit seinem Freund über ein Buch mit Auszügen aus dem Neuen Testament.

Einige Jugendliche sprachen die Christen an und fragten nach mehr Informationen. Diese gaben ihnen daraufhin das Buch. Einer der Jungen forderte sie auf, nicht mehr öffentlich Bibeltexte zu lesen und darüber zu sprechen. Ayub antwortete ihm, dass dies nicht verboten sei. Die Jugendlichen wandten sich dann an Mitarbeiter des Parks und behaupteten, dass die Christen evangelisiert und sich abfällig über den Islam sowie Mohammed geäußert hätten. Einer rief Anhänger der radikal-islamischen Partei TLP herbei, die beide Christen bei der Polizei anzeigten. Das pakistanische Blasphemiegesetz sieht die Todesstrafe für Missachtung des Propheten vor. Es wird immer wieder von Muslimen missbraucht, um bei Streitigkeiten gegen religiöse Minderheiten vorzugehen.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Arif Alvi zu wenden. Er solle alles in seiner Macht Stehende tun, um auf die Freilassung des Inhaftierten hinzuwirken, für die Sicherheit beider Beschuldigten und ihrer Angehörigen zu sorgen sowie für faire Verfahren einzutreten.

Von den über 216 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.

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