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Pakistan: Christ wegen Blasphemievorwürfen zum Tode verurteilt

01.11.2020

Der pakistanische Christ Asif Pervaiz. Foto: Privat
Der pakistanische Christ Asif Pervaiz. Foto: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zum „Gefangenen des Monats November 2020“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Christen Asif Pervaiz benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 37-jährigen Fabrikangestellten einzusetzen und zu beten.

Er sitzt seit 2013 hinter Gittern und wurde am 8. September 2020 wegen Blasphemie (Gotteslästerung) zum Tode verurteilt. Sein ehemaliger Vorgesetzter in einer Strumpfwarenfabrik hatte ihn 2013 angezeigt. Er warf Pervaiz vor, sich in mehreren Textnachrichten an sein Mobiltelefon tagelang herablassend über den Islam, insbesondere den islamischen Propheten Mohammed, geäußert zu haben. Der Christ weist diese Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als Rache. Vielmehr habe ihn sein Ex-Chef bedrängt, er solle zum Islam übertreten, so Pervaiz. Weil dem vierfachen Familienvater das Drängen so zusetzte, habe er sogar seinen Job aufgegeben. Erst daraufhin habe der Ex-Vorgesetzte ihn der Blasphemie bezichtigt.

Für die Beleidigung des Propheten Mohammeds ist gemäß des pakistanischen Strafrechtsparagrafen 295 C die Todesstrafe vorgesehen. Nachdem die Blasphemievorwürfe gegen ihn bei der Polizei bekanntgeworden waren, floh Asif Pervaiz und versteckte sich. Laut Schilderungen aus dem Familienkreis prügelten Polizisten schließlich so lange auf einen Freund des Gesuchten ein, bis dieser dessen Versteck preisgab.

Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Arif Alvi zu wenden. Er solle alles in seiner Macht Stehende tun, dass sich die nächste gerichtliche Instanz mit dem Fall befasst und den Christen freisprechen kann. Von den über 216 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.