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Menschenrechte

Indien: 83-jähriger Jesuitenpater seit Oktober inhaftiert

01.12.2020

Der Jesuitenpater Stan Lourdusamy. Screenshot: YouTube
Der Jesuitenpater Stan Lourdusamy. Screenshot: YouTube

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zum „Gefangenen des Monats Dezember“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den indischen Jesuitenpater Stan Lourdusamy benannt, der als Pater Stan Swamy bekannt ist. Sie rufen dazu auf, sich für den 83-jährigen katholischen Ordensmann einzusetzen und für ihn zu beten.

Er wurde am 8. Oktober festgenommen. Die Polizei wirft ihm vor, maoistische, also linksradikale Terroristen unterstützt zu haben. Das bestreitet der Jesuitenpater, der es als seine Aufgabe ansieht, sich für die Rechte der Armen einzusetzen. Er widmet sich besonders den Indigenen und sogenannten „Unberührbaren“, den Dalits, im nordöstlichen Bundesstaat Jharkhand. Im 4.000 Jahre alten Kastensystem der Hindus stehen die Dalits auf der untersten Stufe, obwohl das Kastenwesen seit 1949 offiziell abgeschafft ist.

Seine Verhaftung steht offenbar in Zusammenhang mit Ausschreitungen Ende 2017 im westindischen Bundesstaat Maharashtra. Dabei stießen bei einem Fest Dalits und Angehörige höherer Kasten aufeinander. Swamy bestreitet, dass er dort dabei war. Das zuständige Gericht lehnte den Antrag ab, den Pater gegen Kaution freizulassen. Der hochbetagte Priester leidet an der Parkinson-Krankheit und ist daher nicht in der Lage, selbstständig zu essen und sich zu waschen. Mithäftlinge helfen ihm dabei.

Die IGFM und idea rufen dazu auf, den indischen Staatspräsidenten Ram Nath Kovind zu bitten, sich für die umgehende Freilassung von Swamy einzusetzen.

80 Prozent der etwa 1,3 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus, 14 Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen.

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