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EKD: Zehn Gebote eine Hilfe in Zeiten des digitalen Wandels

22.04.2021

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Prof. Heinrich Bedford-Strohm. Foto: IDEA/ kairospress
Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Prof. Heinrich Bedford-Strohm. Foto: IDEA/ kairospress

Hannover (IDEA) – Die Zehn Gebote erweisen sich auch in Zeiten des digitalen Wandels als hilfreiches Geländer für ein Leben in Freiheit und Verantwortung. Diese Ansicht vertrat der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Prof. Heinrich Bedford-Strohm (München), bei der Vorstellung der am 22. April in Hannover veröffentlichten EKD-Denkschrift „Freiheit digital.Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels“.

Bedford-Strohm zufolge haben sich die Technologien rasant weiterentwickelt. Die gesellschaftlichen Normen für ihre Nutzung hinkten jedoch hinterher.

Es gelte, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und ihre Risiken zu begrenzen. Eine „Ethik der Digitalisierung“ sei dringlich. Die Kirchen seien dafür „nach wie vor die erste Adresse“, weil sie nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen erreichten.

Digitale Technik soll nicht unfrei machen

Wie es in der 248 Seiten umfassenden Denkschrift heißt, darf die digitale Technik nicht zu einer neuen Macht werden, die unfrei mache. Internetunternehmen sammelten Daten über das Nutzerverhalten im Netz und machten sich so ein Bild von ihnen.

Die EKD fordert deshalb mehr Möglichkeiten für die Nutzer, selbst über ihre Daten zu entscheiden. Die Digitalisierung ermögliche es, sich auszutauschen, Beziehungen zu knüpfen, an Debatten teilzunehmen und religiöse Rituale mitzugestalten. Zugleich brauche das digitale Leben einen „heilsamen Rhythmus“, zu dem auch arbeitsfreie Zeit gehöre.

Das digitale Leben könne das Zusammenleben zwischen den Generationen erleichtern. Zudem könnten virtuelle Konferenzen und Lernangebote den Reiseverkehr „überflüssig“ machen.

Digitale Technologien können neue Formen von Krieg ermöglichen

Ferner warnt die Denkschrift angesichts des Gebots „Du sollst nicht töten“ davor, dass digitale Technologien neue Formen von Krieg, Gewalt und Überwachung ermöglichen – von Hackerangriffen bis zu vermeintlich „autonomen“ Waffensystemen.

Das biblische Tötungsverbot und andere biblische Texte erzählten davon, wie Menschen diese Dynamik der Gewalt unterbrechen könnten. Die Antwort auf immer neue Waffen sei „gerechter Frieden“. Zum Gebot, nicht die Ehe zu brechen, heißt es in der Denkschrift, digitale Sexualität könne dazu befreien, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu leben, wenn „alle verantwortlich handeln und nicht auf Kosten anderer“.

So könne die Nutzung von Sexrobotern Menschen ohne Chance auf eine Intimbeziehung in die Lage versetzen, ihre Sexualität auszuleben. Zudem spricht sich das Papier für gerechte Teilhabe am digitalen Wirtschaftsleben aus. So müssten Online-Monopole vermieden und Beschäftigte geschützt werden.

In Sozialen Medien solle mit Respekt diskutiert und Falschmeldungen vermieden werden. Die Veröffentlichung der Denkschrift wird unter www.ekd-digital.de sowie in den Sozialen Medien mit einer Kampagne begleitet. So sollen Experten über den verantwortlichen Umgang mit der Digitalisierung diskutieren.

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