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Corona zeigt das Scheitern des EKD-Führung

26.12.2020

Der Historiker und Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai. Foto: Olivier Favre
Der Historiker und Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai. Foto: Olivier Favre

Frankfurt am Main (idea) – Die Coronakrise hat das Scheitern der Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) offengelegt. Diese Ansicht vertrat der Historiker und Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai (Zossen) in einem Beitrag für das liberal-konservative Meinungsmagazin „Tichys Einblick“ (Frankfurt am Main).

Die Führung der EKD habe aus der Kirche in den vergangenen Jahren eine Nichtregierungsorganisation „mit eingebautem Heiligenschein gemacht“. Dabei habe sie „verlernt, darüber zu sprechen, was über die Zeit hinausgeht“.

Deshalb habe die Kirchenleitung in der Coronakrise keinen Beitrag dazu geleistet, die Einsamen, Alten, Kranken und Sterbenden zu trösten. Bezeichnend für die eingeschlagene Richtung sei die Aussage des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), der in einem Interview mit dem evangelischen Magazin „Zeitzeichen“ erklärt hatte: „Wir müssen Abschied nehmen von einem Bild von Gott als einem, der alles unter Kontrolle hat.“

Damit habe Bedford-Strohm die Kirchenmitglieder aufgefordert, sich von der Vorstellung eines allmächtigen Gottes zu verabschieden. „Aber ein Gott, der nicht allmächtig ist, ist kein Gott, sondern nur noch der theologisch verbrämte Zeigefinger der EKD“, schrieb Mai.

Die Kirche habe „verlernt, von den letzten Dingen zu reden, von Krankheit, vom Sterben, vom Tod, aber auch von der Auferstehung, von dem tragischen Wissen darum, dass wir als Menschen – nicht Gott – nicht alles in der Hand haben.“

Mitgliederschwund durch Glaubensverlust

Durch den Verlust der „Dimension der Ewigkeit“ habe die EKD auch „die Gegenwart verspielt“. Sie verliere massenhaft Mitglieder, weil sie den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi verloren habe. Die Kirchenfunktionäre jagten stattdessen dem Zeitgeist hinterher.

„Wer darin die Ursache für die vielen Austritte sieht, liegt richtig. Die Mitglieder verlassen ihre Kirche, weil sich die Funktionäre von der Botschaft Jesu Christi abgewandt haben – also vom Kern des Glaubens.“

Was Christen an Weihnachten feiern

Der Glaubensverlust der EKD zeige sich etwa auch in einer Aussage der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, die in einem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt hatte, die Bedeutung von Weihnachten liege in der Botschaft der Engel: „Fürchtet euch nicht!“

Nach den Worten des Evangelisten Johannes sei zu Weihnachten aber etwas ganz anderes geschehen: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1,14) Deshalb feierten Christen zu Weihnachten, „dass Gottes Sohn Mensch wurde, die Sünden der Menschen auf sich genommen und den Weg zur Erlösung für jeden Menschen eröffnet hat“, so Mai.

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