Christen vor Gericht: Ihnen droht die Todesstrafe

Lesezeit: 2 min

v. l.: Die sudanesischen Pastoren Kuwa Shemaal, Hassan Abdelrahim Kodi und der tschechische Missionar und Filmemacher Petr Jasek. Fotos: Middle East Concern
v. l.: Die sudanesischen Pastoren Kuwa Shemaal, Hassan Abdelrahim Kodi und der tschechische Missionar und Filmemacher Petr Jasek. Fotos: Middle East Concern

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats Dezember“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea vier im Sudan inhaftierte Christen benannt. Die beiden Werke rufen dazu auf, sich für die Betroffenen einzusetzen und für sie zu beten. Es handelt sich um die sudanesischen Pastoren Hassan Abdelrahim Kodi und Kuwa Shemaal, den vom Islam zum Christentum übergetretenen Menschenrechtler Abdelmoneim Abdelmoula sowie den tschechischen Missionar und Filmemacher Petr Jasek. Er hatte versucht, einen Film über die Christenverfolgung im Sudan zu drehen. Die vier Inhaftierten müssen sich derzeit vor Gericht verantworten. Ihnen wird unter anderem Spionage, die Verbreitung falscher Nachrichten und Diffamierung des Staates vorgeworfen. Die Beschuldigten hatten sich für einen vom Islam zum Christentum konvertierten Sudanesen – Ali Omer – eingesetzt. Auf ihn wurde wegen des Übertritts 2013 ein Brandanschlag verübt, bei dem er schwere Verletzungen erlitt. Omer ist deshalb dauerhaft behandlungsbedürftig. Gegen die Angeklagten könnte die Todesstrafe verhängt werden. Menschenrechtlern zufolge sind die Vorwürfe gegen die Beschuldigten konstruiert, um die christliche Minderheit zu kriminalisieren. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den sudanesischen Staatspräsidenten Umar Hassan Ahmad al-Bashir die Freilassung der Christen zu fordern. Der Sudan hatte vor 30 Jahren den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert. Damit hat sich das nordostafrikanische Land verpflichtet, unter anderem das Recht auf Religionsfreiheit zu achten. 97 Prozent der rund 35 Millionen Einwohner des Sudans sind Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei 1,5 Prozent.

Ähnliche Artikel

+ Glaube

Schritt für Schritt aus dem Trauma

Nelli Georg-Walter wurde als 17-Jährige durch eine Vergewaltigung schwanger. Eine Abtreibung kam für sie nie infrage – auch wenn das Erlebte sie später wieder einholte.

Cookies für relevante Nachrichten.

Damit Sie komfortabel auf IDEA.de unterwegs sein können setzen wir Cookies und Dienste externer Partner ein. Mit Klick auf „ALLE AKZEPTIEREN“ stimmen Sie der Cookie-Nutzung und der Datenübermittlung an externe Partner zu und erklären sich einverstanden, dass Ihre Daten auch in Nicht-EU-Länder mit unzureichendem Datenschutz übertragen werden können (Details siehe Datenschutzhinweise).

IDEA Magazin Cover abgebildet auf einem iPad

4 Wochen IDEA Digital 8,95 Euro 1 Euro

Entdecken auch Sie das digitale Abo mit Zugang zu allen Artikeln auf idea.de