Glaube

Auch Christen konzentrieren sich zu oft auf sich selbst

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Der ehemalige Leiter der österreichischen Bibelschule Schloss Klaus, Kurt Schneck. Screenshot: christusbund.de
Der ehemalige Leiter der österreichischen Bibelschule Schloss Klaus, Kurt Schneck. Screenshot: christusbund.de

Waldenbuch (idea) – „Heutige Religiosität ist in der Regel nicht wirklich auf Gott gerichtet, sondern auf den Menschen. Es geht darum, das eigene Leben zu vervollkommnen, zu verbessern.“ Diese Ansicht vertrat der ehemalige Leiter der österreichischen Bibelschule Schloss Klaus (Oberösterreich), Kurt Schneck, beim Christustreff des Württembergischen Christusbundes am 18. Oktober. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er aus dem Christusbund-Haus in Waldenbuch bei Stuttgart per Livestream übertragen. Die einzelnen Veranstaltungen wurden insgesamt rund 2.800 mal aufgerufen (Stand: 19. Oktober). In früheren Jahren fand die Veranstaltung in der Stuttgarter Liederhalle statt. Schneck sagte, die selbstbezogene Form von Religiosität werde heute akzeptiert, toleriert und „auch unter Christen heiß vertreten“. Das gelte auch für Pietisten und Evangelikale, „wie ihre Verkündigung vielfach beweist“. Auch in diesen Kreisen sei man „sehr damit beschäftigt, zu verkündigen, wozu denn der Glaube nicht alles gut sei“. Selbst „in geistlich ausgerichteten Häusern“ werde mit dem Spruch „Damit das Leben gelingt“ geworben. Die Vorstellung von dem „gelingenden Leben“ könne jedoch „zu einer regelrechten Tyrannei werden“. Denn was sei mit den Menschen, die „trotz allem Glauben dennoch scheitern“? Es gebe „viel zu viele, deren Leben eben nicht gelingt. Die krank werden und krank bleiben. Deren Ehe scheitert.“

Gott nicht auf seine „Brauchbarkeit“ reduzieren

Auch Christen neigten dazu, Gott „vor allem auf seine Brauchbarkeit und Nützlichkeit hin zu beurteilen oder zu reduzieren. Er soll uns zur Verfügung stehen, er soll unsern Willen tun.“ Es gelte jedoch zu erfahren, was Gottes Wille sei. Die Antwort stehe in Römer 8,29: Christen sollten dem „Bild seines Sohnes“ gleich werden. Der Mensch solle wieder so werden, wie Gott ihn am Anfang geschaffen habe. Leider spreche die christliche Verkündigung davon nur selten. Zum Christusbund gehören rund 40 Gemeinden und Gemeinschaften, die etwa 4.000 Menschen erreichen. Ein wichtiger Schwerpunkt des Verbandes liegt in der evangelistischen und gemeindlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie in der übergemeindlichen Schulungs- und Freizeitarbeit. Weit über den Christusbund und über Württemberg hinaus erreichen die rund 160 Freizeiten, Seminare und Kurzbibelschul-Wochen an verschiedenen Orten jährlich rund 5.000 Teilnehmer. Die Arbeit wird vor allem durch viele ehrenamtliche Mitarbeiter getragen. So sind allein bei den Freizeiten jährlich über 600 Ehrenamtliche im Einsatz.

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