Politik
Prosor: Wer heute Synagogen in Brand setzt, zündet morgen Kirchen an
Christen seien selbstverständlich Teil Israels, betonte Botschafter Ron Prosor zur Eröffnung des Israel-Kongresses im Gästezentrum „Schönblick“. Direktor Martin Scheuermann erklärte: „Wir stehen hinter Israel, an der Seite der Juden.“
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Christen sind nach den Worten des israelischen Botschafters in Deutschland, Ron Prosor, selbstverständlich ein Teil Israels. Er sprach bei der Eröffnung des Israel-Kongresses im Christlichen Gästezentrum Württemberg „Schönblick“ (Schwäbisch Gmünd) in einer Videobotschaft am 8. Oktober zu den Teilnehmern. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: „Israel geht uns alle an!“ und dauert bis zum 11. Oktober. Insgesamt rechne man mit rund 800 Teilnehmern, so die Veranstalter.
Prosor betonte, als Heimat des jüdischen Volkes und Ursprungsort des Christentums bleibe Israel für Christen von zentraler Bedeutung: „Das Christentum bleibt immer auf Israel bezogen.“ Kein wahrhafter Christ könne den Antisemitismus ertragen, der sich heute wieder „wie ein Gift“ verbreite, weder in seiner klassischen noch in seiner modernen antizionistischen Form.
Der Iran, die Hamas und die Hisbollah hassten nicht nur Israel, sondern den gesamten Westen. „Wir sind nur die Ersten in der Schusslinie. Wir müssen gewinnen. Denn wer heute Synagogen in Brand setzt, zündet morgen Kirchen an“, so Prosor. Er rief dazu auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Israel auch in Zukunft ein Ort bleibe, an dem Juden, Christen und Muslime in Freiheit leben könnten. Die Zuhörer ermutigte er: „Steht weiter an unserer Seite, denn das ist auch eure Seite und die richtige Seite!“
Scheuermann: „Wir stehen hinter Israel“
Der Direktor des „Schönblicks“, Pfarrer Martin Scheuermann, betonte: „Wir stehen hinter Israel, an der Seite der Juden und von Israel.“ Der Erste Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Christian Baron (CDU), würdigte in seinem Grußwort das Engagement des Gästezentrums: „Der Schönblick hat nie die Frage gestellt, welche Themen sind denn die bequemen oder welcher Weg ist der, mit dem man am meisten Applaus bekommt.“
Er kündigte an, dass in Schwäbisch Gmünd am 9. Dezember erstmals in der Stadtgeschichte ein öffentliches Chanukka-Fest gefeiert werde. Seit zwei Jahren bestehe zudem das Jüdische Bildungswerk für Württemberg mit Sitz in der Stadt. Mit Blick auf den wachsenden Antisemitismus sagte Baron: „Wir sehen in den letzten drei Jahren wieder ganz verstärkt das hässliche Gesicht, die Fratze des Antisemitismus.“ Dem müsse entschlossen Widerstand geleistet werden. Die Sicherheit Israels, jüdisches Leben und Frieden im Nahen Osten gehörten zusammen und ließen sich nicht trennen.
Rund 20 Demonstranten vor dem Gelände
Vor dem Christlichen Gästezentrum demonstrierten zum Start des Kongresses rund 20 Personen mit Palästinaflaggen und Plakaten. Auf mitgebrachten Schildern kritisierten die Teilnehmer Waffenlieferungen nach Israel und brachten den Staat in Verbindung mit Genozid. Einzelne Demonstranten riefen Parolen wie „Free, Free Palestine“ (Befreit Palästina). Bis auf eine kleinere verbale Auseinandersetzung zwischen einem Passanten und Demonstranten habe es keine Vorkommnisse gegeben, so der Polizeisprecher gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.