Menschenrechte

Online-Umfrage zu Ursachen von Schwangerschaftskonflikten

Lesezeit: 2 min

Immer wieder fragen sich Schwangere bei einem positiven Test: Abtreibung oder das Kind austragen? Symbolfoto: pixabay.com
Immer wieder fragen sich Schwangere bei einem positiven Test: Abtreibung oder das Kind austragen? Symbolfoto: pixabay.com

Freilassing (idea) – Abtreibung oder das Kind austragen: Warum Schwangere in diesen Konflikt geraten und inwiefern ihnen staatliche und kirchliche Beratungsstellen weiterhelfen, will die Sozialpädagogin und Diakonin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Tabea Seidel (Freilassing) erforschen. Für ihre Dissertation „Schwanger – und jetzt?!“ startete sie im Juli eine deutschlandweite Online-Umfrage. Noch bis September bittet sie Frauen, die in den vergangenen sechs Jahren in einem Schwangerschaftskonflikt standen, anonym um Auskünfte. Die Doktorandin, die derzeit außerkirchlich bei einem psychologischen Sozialdienst tätig ist, wird betreut von der Universität Bayreuth und der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Bislang existierten kaum Studien darüber, warum eine Schwangerschaft bei Frauen einen Konflikt auslösen kann, sagte Seidel der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Auch gebe es kaum profunde Daten und Aussagen von Betroffenen. „Eine Schwangerschaft kann in eine Lebenskrise führen“, so die Diakonin. Bei der Entscheidung, diese abzubrechen oder fortzuführen, spielten die unterschiedlichsten Gründe eine Rolle. Diese will Seidel mit ihrer Forschungsarbeit herausfinden. Aus ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld kenne sie Frauen, die ihr Kind abgetrieben, und solche, die es auf die Welt gebracht hätten. „Keine Frau fällt voreilig und unüberlegt eine Entscheidung“, ist sie sicher. Neben familiären, beruflichen und wirtschaftlichen Lebensumständen können nach ihren Worten auch religiöse Gründe die Entscheidung für oder gegen ein Kind beeinflussen. Seidel: „Wenn beispielsweise vorehelicher Geschlechtsverkehr von einer christlichen Gemeinde im Allgemeinen abgelehnt wird, muss sich die Schwangere, die Mitglied dieser Kirche ist, entscheiden.“ Entweder abtreiben oder offenbaren, dass sie vor der Ehe Sex gehabt habe. Die Umfrage zur Forschungsarbeit ist abrufbar unter ww2.unipark.de/uc/tseidel_/8e7b/ Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt (Wiesbaden) 100.893 Kinder im Mutterleib getötet. Das waren 0,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Die meisten Abtreibungen gab es 2019 in Nordrhein-Westfalen (21.676), gefolgt von Bayern mit 11.959 und Berlin mit 10.113 Schwangerschaftsabbrüchen.

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