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„Gefangener des Monats Oktober“
01. Oktober 2020

Nordkorea: Missionar aus China entführt und zu 15 Jahren Haft verurteilt

Der in Nordkorea inhaftierte christliche Missionar Jang Moon Seok. Foto: IGFM
Der in Nordkorea inhaftierte christliche Missionar Jang Moon Seok. Foto: IGFM

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Nordkorea inhaftierten christlichen Missionar Jang Moon Seok benannt. Sie rufen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und für ihn zu beten.

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Informationen der IGFM zufolge wurde er im November 2014 von nordkoreanischen Agenten aus der chinesischen Grenzstadt Changbai entführt, dann förmlich verhaftet und schließlich zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sein ständiger Wohnsitz befand sich in Changbai, und er trug inzwischen den chinesischen Namen Zhang Wen Shi. Über die konkreten Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, ist nichts bekannt.

Das kommunistisch regierte Nordkorea gilt als das Land mit der schärfsten Christenverfolgung. Schon der Besitz von religiösen Schriften wird mindestens mit hohen Haftstrafen geahndet, die mit Schwerstarbeit und Folter verbunden sind. Der Missionar half Grenzgängern aus Nordkorea, die vom Handel beiderseits der Grenze lebten oder auf der chinesischen Seite nach Medizin oder anderem Notwendigen suchten.

Jang alias Zhang unterstützte viele von ihnen, indem er sie mit einem Quartier oder etwa Kleidung versorgte. Dabei sprach er auch über seinen Glauben, den einige annahmen. Zusammen mit Pastor Han Chung-Ryeol unterrichtete er diejenigen im christlichen Glauben, die darum baten. Der Pastor, der ebenfalls koreanische Wurzeln hatte, wurde am 30. April 2016 von einem oder mehreren Unbekannten in Changbai erstochen.

Die IGFM und idea rufen dazu auf, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un in Briefen zur sofortigen Freilassung von Zhang Wen Shi aufzufordern.


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