Freitag • 13. Dezember
„Gefangene des Monats Oktober“
01. Oktober 2019

Kuba: Pastor und seine Frau im Gefängnis

Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito. Screenshot: YouTube
Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito. Screenshot: YouTube

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zu „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito aus Kuba benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die beiden seit einem halben Jahr Inhaftierten einzusetzen und zu beten.

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In dem karibischen Inselstaat kontrolliert noch immer die Kommunistische Partei die Gerichte und vor allem das Bildungssystem. Der Leidensweg der Eheleute – sie gehören zur freikirchlichen „Iglesia de Dios“ (Gemeinde Gottes) – begann damit, dass ihre 13-jährige Tochter Ruth in der Schule gemobbt wurde, weil sie sich als Christin zu erkennen gab. Die Eltern schickten sie und ihren vier Jahre jüngeren Bruder Joel nach tätlichen Übergriffen nicht mehr in die staatliche Einrichtung. Sie nahmen schließlich an einem Hausunterrichtsprogramm teil, das in Guatemala durch die dortige Regierung anerkannt ist.

Weil sie damit ihre Kinder dem kommunistischen Schulzwang entzogen und sich außerdem einer nicht registrierten Kirche angeschlossen hatten, sitzen die Eheleute seit dem 16. April hinter Gittern. Ihre Kinder, um deren Wohl der kubanische Staat angeblich besorgt ist, erlebten die Festnahme mit. Am 18. April begann der Prozess, an dem kein Verteidiger zugelassen war, und am 22. April erging das Urteil: Der Pastor bleibt für zwei Jahre unter harten Bedingungen eingesperrt, während seine Frau 18 Monate im Gefängnis ausharren muss.

Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den Präsidenten des Staats- und des Ministerrats, Miguel Díaz-Canel, die sofortige Freilassung des Ehepaares zu fordern. Dessen Kinder sind zwar bei Großeltern, jedoch getrennt voneinander untergebracht. Auf Kuba sind 60 Prozent der 11,2 Millionen Einwohner Katholiken, 30 Prozent nicht religiös und zehn Prozent Protestanten.


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