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Mechthild Löhr
02. Februar 2020

Klimaschützer dürfen zur Tötung ungeborener Kinder nicht schweigen

v. l.: Franz und Magdalena Kesselstatt, Gründer der „FamilienAllianz“, Stiftungsvorstandsvorsitzende Marie-Elisabeth Hohenberg und CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr. Foto: Stiftung Ja zum Leben 2020
v. l.: Franz und Magdalena Kesselstatt, Gründer der „FamilienAllianz“, Stiftungsvorstandsvorsitzende Marie-Elisabeth Hohenberg und CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr. Foto: Stiftung Ja zum Leben 2020

Würzburg (idea) – Die „Stiftung Ja zum Leben“ hat die Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) Mechthild Löhr (Glashütten/Taunus), und die österreichische Initiative „FamilienAllianz“ mit dem Stiftungspreis ausgezeichnet. Sie wurden am 1. Februar in Würzburg für ihren besonderen Einsatz für den Lebens- und Familienschutz geehrt. Die Preisträger erhalten jeweils 10.000 Euro.

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Vor rund 300 Gästen sagte Löhr: „Ich habe keine Minute bereut, die ich für den Lebensschutz investiert habe.“ Für diese Arbeit noch mehr Menschen zu gewinnen, empfinde sie als zutiefst christliche Pflicht. Die Katholikin ist seit 2002 CDL-Vorsitzende. Die Initiative in der CSU/CDU setzt sich gegen Abtreibungen und aktive Sterbehilfe ein sowie für den Schutz von Familien. Zu den rund 5.000 Mitgliedern zählen unter anderen Bundestags-, Landtags- und Europaabgeordnete sowie Kommunalpolitiker.

Mit Blick auf Kritiker der Lebensrechtsbewegung machte sie deutlich: „Wir sind keine Fundamentalisten. Wir wollen, dass jeder Mensch lebt: Das ist doch die optimale Botschaft.“ Auch Klima- und Artenschützer dürften zur Tötung ungeborener Kinder nicht schweigen, mahnte Löhr. Der Schutz des Lebens sei auch für eine freie Gesellschaft bedeutsam. Wo das Recht auf Leben in Abrede gestellt werde, kämen auch andere Grund- und Menschenrechte wie Meinungs-, Versammlungs- oder Gewissensfreiheit „ins Rutschen“.

Kritik an Klimaschutzbewegung: Kinder gelten als „Umweltkiller“

Der Sozialwissenschaftler Prof. Manfred Spieker (Osnabrück) hielt die Laudatio auf Löhr. Sie habe die CDL und die Lebensrechtsbewegung in Deutschland maßgeblich geprägt. Sie stehe an „vorderster Front“, wenn es darum gehe, für den Lebensschutz zu kämpfen, etwa auch beim jährlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin.

Wie er weiter sagte, zeigt sich im Schlepptau der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft), eine neue Bedrohung des Lebens. So werde gefordert, zur Rettung des Planeten auf Kinder zu verzichten. „Nach dem Auto, dem Fleischkonsum und dem Plastikmüll gelten nun plötzlich Kinder als Umweltkiller.“ Vor Abtreibungen um des Klimas willen habe Preisträgerin Löhr bereits gewarnt.

Altbischof Küng: „FamilienAllianz“ ist ein Hoffnungsträger

Der zweite Stiftungspreis ging an die österreichische Organisation „FamilienAllianz“ (Eisenerz/Steiermark). Sie unterstützt Familien dabei, Kinder auf der Basis christlicher Werte zu erziehen. Außerdem setzt sie sich gegen die Frühsexualisierung in Schulen und Kindergärten ein.

Der katholische Altbischof Klaus Küng (Wien) würdigte die Initiative: „Die FamilienAllianz gehört zu den Hoffnungsträgern in Österreich und im deutschen Sprachraum.“ Küng war 30 Jahre lang in der Österreichischen Bischofskonferenz für Familien und Lebensschutzfragen zuständig.

Die „Stiftung Ja zum Leben“ fördert und unterstützt Institutionen, Vereine und Personen, „die sich für das Recht auf Leben für alle von Beginn ihrer Existenz an einsetzen“. Sie wurde 1988 von Johanna Gräfin von Westphalen (1936–2016) und ihrem Sohn Friedrich Wilhelm von Westphalen (1957–2001) gegründet. Stiftungsratsmitglieder sind unter anderen die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann (CDU), der frühere Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), und Gloria Fürstin von Thurn und Taxis (Regensburg). Vorsitzende der Stiftung mit Sitz in München und Geschäftsstelle in Meschede ist Marie-Elisabeth Hohenberg, die Tochter der Gründerin.

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