Mittwoch • 14. November
Ägypten
04. November 2018

Sieben Kopten bei Angriff auf einen Bus erschossen

Kopten trauern um ihre ermordeten Angehörigen. Foto: picture-alliance/AP-Photo
Kopten trauern um ihre ermordeten Angehörigen. Foto: picture-alliance/AP-Photo

Kairo (idea) – Sieben koptische Christen sind am 2. November bei einem Anschlag in der ägyptischen Provinz Minya getötet worden. Nach einem Bericht des Nachrichtendienstes „Charisma News“ waren sie in einem Bus auf dem Rückweg von der Taufe eines Kindes in einem Kloster. Das Fahrzeug wurde von Unbekannten beschossen. Wie ein Sprecher der koptischen Kirche mitteilte, wurden 18 weitere Insassen verwundet, darunter auch Kinder. Zu der Tat bekannte sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) über ihr Sprachrohr Amak. Der Angriff auf den Bus sei eine Vergeltungsmaßnahme für die Verhaftung von sechs Islamistinnen durch die ägyptische Polizei. Die Unterstützerinnen der radikal-islamischen Muslimbruderschaft waren am 31. Oktober festgenommen worden.

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Welle der Gewalt gegen Kopten

Nach Berichten der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) kommt es in Ägypten zur Zeit immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen auf Kopten. Sie würden Opfer von Brandschatzungen, Plünderungen, Morden auf offener Straße, Entführungen und sexuellem Missbrauch. Die ägyptische Regierung schütze die Christen nur unzureichend vor Angriffen durch Islamisten. In Ägypten leben rund zehn Millionen orthodoxe koptische Christen. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken, mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden und anglikanischen Gemeinden sowie 40.000 Griechisch-Orthodoxe. Rund 90 Prozent der 94,8 Millionen Einwohner Ägyptens sind Muslime.

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