Ägypten: Für Menschenrechte engagierter Christ inhaftiert

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Der ägyptische Christ Rami Kamil. Foto: Privat
Der ägyptische Christ Rami Kamil. Foto: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zum „Gefangenen des Monats Februar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den ägyptischen Christen Rami Kamil benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Koordinator der christlichen Menschenrechtsgruppe „Maspero Youth Union“ einzusetzen und für ihn zu beten. Kamil gehört der koptisch-orthodoxen Minderheit in Ägypten an. Eine Kampfgruppe der „Nationalen Sicherheitskräfte“ stürmte am 23. November 2019 das Haus des Schneiders und nahm ihn fest. Von den Vorwürfen gegen ihn erfuhr er am Tag darauf. Er sei einer terroristischen Vereinigung beigetreten und habe diese finanziert, den öffentlichen Frieden gestört und seine Mitbürger gegen den Staat aufgebracht, dies insbesondere in den Sozialen Medien. Außerdem habe Kamil Spannungen zwischen Christen und Muslimen geschürt. Seine Anwälte werfen den Sicherheitskräften vor, ihn gefoltert zu haben. Seine Organisation gründete der 33-Jährige in der Folge des Massakers vom Masperoplatz im Oktober 2011. Dabei hatten ägyptische Soldaten zwei Dutzend friedliche Demonstranten getötet, die sich gegen die Zerstörung einer Kirche in Oberägypten gewandt hatten. Kamil setzt sich für die Gleichberechtigung der christlichen Minderheit in Ägypten sowie einen wirksameren Schutz derselben vor extremistischer Gewalt ein. Der IGFM zufolge entbehren die Vorwürfe gegen ihn jeglicher Grundlage. Die Menschenrechtsorganisation und idea rufen dazu auf, in Briefen an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi für die Freilassung des Christen einzutreten. Rund 90 Prozent der rund 97 Millionen Einwohner Ägyptens sind Muslime. Die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten bilden die größte Kirche.

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