Gesellschaft

Mehrheit sagt: Kinderwunsch rechtfertigt keine Leihmutterschaft

Was denken die Deutschen über Leihmutterschaft? IDEA hat dazu eine Umfrage bei INSA in Auftrag gegeben. Deutlich wird: Es gibt teils größere Unterschiede zwischen Ost und West, zwischen Männer und Frauen und auch zwischen Freikirchlern und Landeskirchlern.

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Bei der Leihmutterschaft trägt eine Frau ein Kind für Wunscheltern aus und übergibt es nach der Geburt.
Bei der Leihmutterschaft trägt eine Frau ein Kind für Wunscheltern aus und übergibt es nach der Geburt. Symbolfoto: iStock/Andrii Yalanskyi

Die relative Mehrheit der Deutschen (41 Prozent) ist der Meinung, dass der Wunsch nach einem eigenen Kind keine Leihmutterschaft rechtfertigt. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. 36 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu. 19 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“, fünf Prozent machten keine Angabe. 

Bei den befragten Männern sind die erklärten Gegner der Leihmutterschaft mit 44 Prozent deutlich in der Mehrheit (anderer Ansicht sind 34 Prozent). Bei den Frauen ist der Vorsprung der Gegnerinnen von Leihmutterschaft dagegen nur knapp (39 Prozent gegenüber 38 Prozent). 

Ostdeutsche lehnen Leihmutterschaft (mit 42 Prozent gegenüber 32 Prozent) deutlicher ab als Westdeutsche (41 Prozent gegenüber 37 Prozent). 

Unter den Altersgruppen ist die Ablehnung bei 30- bis 39-Jährigen am deutlichsten (46 Prozent gegenüber 34 Prozent). Bei den 40- bis 49-Jährigen sind die Gegner dagegen in der Minderheit (36 Prozent gegenüber 42 Prozent).

Konfessionen: Freikirchler lehnen Leihmutterschaft am stärksten ab

Bei den Mitgliedern der christlichen Konfessionen sind die Freikirchler mit 62 Prozent am häufigsten der Ansicht, dass der Kinderwunsch keine Leihmutterschaft rechtfertigt (anderer Ansicht: 31 Prozent). Bei den Katholiken ist der Vorsprung der Leihmutterschaftsgegner kleiner (44 Prozent gegenüber 35 Prozent). Noch knapper ist er bei den landeskirchlichen Protestanten (41 Prozent gegenüber 38 Prozent). 

Unter den Anhängern der politischen Parteien sind die Sympathisanten der AfD am deutlichsten gegen Leihmutterschaft (48 Prozent gegenüber 33 Prozent), gefolgt von den Parteigängern der CDU/CSU (46 Prozent gegenüber 35 Prozent). Bei Anhängern der SPD (42 Prozent gegenüber 39 Prozent) und der Linken (43 Prozent gegenüber 40 Prozent) ist die Ablehnung knapper. Bei den Anhängern der Grünen liegen Gegner und Befürworter mit jeweils 41 Prozent gleichauf. 

Für die Erhebung im Zeitraum vom 17. bis 20. Juli 2026 zu der Frage: „Wie stehen Sie zur folgenden Aussage? Der Wunsch nach einem eigenen Kind rechtfertigt keine Leihmutterschaft.“ hat INSA 2.005 Bundesbürger online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die volljährige Bevölkerung in Deutschland sowie nach Geschlecht, Alter und Region.

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