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Hamburg
07. Oktober 2019

Prof. John Piper: Glaube entsteht nicht aus klugen Vorträgen

Der US-Theologe und Autor Prof. John Piper (rechts) mit Übersetzer Christian Wegert. Foto: E21
Der US-Theologe und Autor Prof. John Piper (rechts) mit Übersetzer Christian Wegert. Foto: E21

Hamburg (idea) – Die Bibel spielt bei der Gotteserkenntnis die zentrale Rolle. Glaube entsteht nicht aus klugen Vorträgen, er erwächst aus dem Wort Gottes. Das sagte der US-Theologe und Autor Prof. John Piper (Minneapolis/Bundesstaat Minnesota) bei einer Gemeinschaftstagung des Netzwerkes „Evangelium21“ zusammen mit der „Eckstein-Konferenz“ des Gemeinde- und Missionswerks Arche. Sie fand mit 1.800 Besuchern vom 3. bis 6. Oktober in Hamburg statt. Das Treffen stand unter dem Motto „Sehnsucht nach Gott“.

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Wie Piper weiter sagte, dürften Predigten deswegen nicht auf Theologien, Traditionen oder gesellschaftlichen Themen basieren, die man in die Bibel hineinlese. Vielmehr müsse die Bibel selbst durch Auslegung die Theologie prägen. Eine solche Auslegung führe zu einer erfüllenden Freude. „Je mehr wir Gott erkennen, desto mehr Liebe haben wir zu ihm und anderen Menschen“, so Piper. Die Folge sei ein Leben in großer Zufriedenheit. Dadurch werde Gott geehrt.

Bürger des Himmels

Der Pastor und Leiter des Gemeinde- und Missionswerkes Arche und stellvertretende Vorsitzende des Netzwerks „Evangelium21“, Christian Wegert (Hamburg), rief zu einem Lebensstil auf, der dem Evangelium entspricht und durch Jesus Christus beeinflusst und geprägt wird. Christen seien schon auf Erden „Bürger des Himmels“.

Niedriges Durchschnittsalter

Ergänzt wurden die Vorträge von zehn Arbeitsgruppen und Seminaren, etwa zu den Themen evangeliumszentrierter Gottesdienstaufbau, Wachstum in der Jugendarbeit oder Gemeindegründungen. Wie der Generalsekretär von „Evangelium21“, Ron Kubsch (München), der Evangelischen Nachrichtenagentur sagte, habe man aufgrund des Rekordbesuchs einigen Interessenten aus Platzgründen absagen müssen. Das niedrige Durchschnittsalter der Besucher sei selbst für die Veranstalter eine Überraschung gewesen.

Die meisten Konferenzgäste waren den Angaben zufolge zwischen 20 und 35 Jahre alt. Zum Netzwerk „Evangelium21“ gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Sie verbindet nach eigenen Angaben das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine Theologie, die auf die von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten ausgerichtet ist: Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein und zu Gottes Ehre allein.

Vorsitzender von „Evangelium21“ ist der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde München, Matthias Lohmann. Mit den jährlichen „Eckstein-Konferenzen“ sollen nach eigenen Angaben die Grundsätze des reformierten Bekenntnisses vermittelt werden. Der Name bezieht sich auf den Vers 1. Petrus 2,7, in dem Jesus Christus als „Eckstein“ der christlichen Gemeinde bezeichnet wird. Der Veranstalter der „Eckstein-Konferenz“, das Gemeinde- und Missionswerk Arche, ist eine evangelisch-reformierte Freikirche in Hamburg. Es war nun das erste Mal, dass die Hauptkonferenz von „Evangelium21“ und die „Eckstein-Konferenz“ zusammengelegt wurden.

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