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Interview
14. August 2019

ICF-Pastor: „Das Sexleben sollte in der Ehe Priorität haben“

Daniel Kalupner gründete mit seiner Frau Franziska 2000 in Nürnberg die erste deutsche ICF-Gemeinde. Sie sind verheiratet und haben vier Kinder. Foto: ICF Nürnberg
Daniel Kalupner gründete mit seiner Frau Franziska 2000 in Nürnberg die erste deutsche ICF-Gemeinde. Sie sind verheiratet und haben vier Kinder. Foto: ICF Nürnberg

Wetzlar (idea) – Das Sexleben sollte in der Ehe Priorität haben. Diese Ansicht vertritt der Pastor der Gemeinde International Christian Fellowship (ICF) Nürnberg, Daniel Kalupner, in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Der 42-Jährige ist Autor des Buches „Sex Life. Exklusiv intim“ (SCM Verlag). Ihm zufolge ist der Schlüssel für ein glückliches Liebesleben echte Herzensnähe. Dann entfalte Sex nicht nur körperlich, sondern auch emotional und geistig seine verbindende Kraft. So entstehe zwischen Mann und Frau eine Einheit, die ein Leben lang anhalte. Häufig würden die Kräfte des Alltags wie Arbeit, Stress und Medien an einer Ehe rütteln und Paare daran hindern, sich auf den Partner wirklich einzulassen. Zudem drehe sich bei vielen Eheleuten alles nur noch um die Kinder, und das Ehe- und Sexleben verliere an Stellenwert. Wenn eine Ehe jedoch nur noch durch die Kinder verbunden sei, bleibe einem Paar in späteren Jahren nichts mehr.

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Warum Paare mit dem Sex bis zur Ehe warten sollten

Kalupner rät dazu, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten. Viele Christen bekämen das nur als platte, fromme Regel vermittelt, ohne zu verstehen, was Gott sich dabei gedacht habe. Intimität brauche aber Exklusivität, also einen geschützten Rahmen. Nur dann könne sich Vertrautheit entfalten. Dann mache es auch Sinn, dass Sex in die Ehe gehöre. Für Verlobte sei die Zeit vor der Ehe sehr wichtig. In dieser Zeit würden die Grundlagen für Kommunikation, Nähe und Vertrautheit gelegt. Dies sei „attraktive Enthaltsamkeit“. In dieser Zeit könne man lernen, sich nicht von seinem sexuellen Verlangen steuern zu lassen, sondern den Sextrieb zu beherrschen. Wenn man den Sex zu früh in die Beziehung hineinnehme, blockiere das die Partner, den anderen wirklich tief kennenzulernen.

Was Alleinstehende tun können

Alleinstehenden rät Kalupner, in die eigene Persönlichkeit zu investieren und zu Menschen zu werden, die anderen etwas zu geben haben. Nicht attraktiv sei es, wenn man mit einem großen inneren Mangel herumlaufe und nach einem Menschen suche, der diesen Mangel stillen solle. Es gebe aber keinen Standardprozess, mit dem man automatisch seinen Traumpartner finde. Zur Frage, ob Christen einen nichtchristlichen Partner heiraten sollten, erklärte Kalupner, man müsse sich bewusst sein, dass dies einen hohen Preis habe. Für einen Christen sei der Glaube die wichtigste Grundlage des Lebens. Dies würde in einer Ehe mit einem nichtchristlichen Partner zwangsläufig zu Konflikten führen, zum Beispiel bei der Kindererziehung oder der Zeitgestaltung: „Ich rate nicht dazu, jemanden in der Hoffnung zu heiraten, dass er irgendwann schon noch Christ werde.“

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