Freitag • 20. September
Pro und Kontra
03. September 2019

Sollten Christen „Fridays for Future“ unterstützen?

Seit Monaten streiken deutsche Schüler jeden Freitag, um für eine andere Klimapolitik zu protestieren. Symbolfoto: pixabay.com
Seit Monaten streiken deutsche Schüler jeden Freitag, um für eine andere Klimapolitik zu protestieren. Symbolfoto: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Seit Monaten streiken Schüler in Deutschland jeden Freitag, um für eine konsequente Klimapolitik zu protestieren. Sie bekommen Unterstützung durch Christen, die sich mit biblischen Argumenten zu diesen Protesten bekennen. Ihr Arbeitskreis nennt sich „Christians for Future“ (Christen für die Zukunft). Das ist für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) Anlass, in einem Pro und Kontra zu fragen: Sollten Christen „Fridays for Future“ unterstützen?

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Klimawandel führt zu unabsehbaren Folgen

Dafür ist der Vorsitzende des Arbeitskreises Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und Mitinitiator der „Christians for Future“, Tobias Schäfer-Sell: „Wir sehen es als unsere Pflicht an, uns für die Bewahrung der Schöpfung, für die Erhaltung und Wiederherstellung einer lebensförderlichen Umwelt für alle Menschen, Tiere und Pflanzen einzusetzen.“ Zur Begründung verweist er auf die Bibel. Gott selbst sei eine Bundesverpflichtung gegenüber allen Lebenswesen eingegangen (1. Mose 9,9–10). Die Anliegen der jungen Menschen wie auch mehrerer Zehntausend Wissenschaftler, der drohenden Klimakatastrophe entgegenzutreten, seien berechtigt und gut begründet: „Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel steuern wir auf eine Klimakatastrophe zu mit unabsehbaren Folgen für die Ernährung, Gesundheit und Wohnmöglichkeiten der Menschen sowie für den Frieden in der Welt.“ Schäfer-Sell stellt sich hinter die Forderungen der jungen Demonstranten, fossile Energieträger nicht länger zu subventionieren, 25 Prozent aller Kohlekraftwerke noch in diesem Jahr abzuschalten sowie alle Treibhausgasemissionen zu besteuern.

Besser: „Brain for Future“ gründen und zur Schule gehen

Anderer Ansicht ist die katholische Journalistin, Autorin und vierfache Mutter Birgit Kelle: „Die Bewahrung der Schöpfung braucht keinen Unterrichtsausfall.“ Sie sei sich sicher, dass Jesus nicht gesagt habe, „wir sollten unsere Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung in Gemeinschaft mit schulschwänzenden Kindern, dubiosen Geldgebern aus dem Hintergrund und Seite an Seite mit vermummten Antifa-Aktivisten beschreiten, die nicht nur für den Klimaschutz stehen, sondern auch für den gewaltsamen Kampf gegen den Staat“. Es sei „eine neue Variante des deutschen Größenwahnsinns“ zu glauben, man könne das Weltklima beeinflussen. Jeder möge bei sich selbst beginnen, konsequent zu handeln. Kelle: „Es könnte mehr für das Klima getan werden als mit allen Dieselverboten zusammen, wenn alle Klimabewegten ihr Handy mal eine Stunde pro Tag ausschalteten.“ Sie regte ferner an, eine neue Bewegung zu gründen: „Brain for Future“ (Verstand für die Zukunft): „Dafür muss man aber erst mal zur Schule gehen.“

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