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Genbabys
02. Dezember 2018

Embryonen können bald nach Intelligenz selektiert werden

Viele Eltern wünschen sich nicht nur gesunde, sondern auch intelligente Kinder. Foto:
Viele Eltern wünschen sich nicht nur gesunde, sondern auch intelligente Kinder. Foto:

Berlin (idea) – Durch Gentests wird es bald möglich sein, Embryonen nach der Intelligenz zu selektieren. Das schreibt die Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ (Ausgabe vom 2. Dezember). Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hätten US-amerikanische Firmen Verfahren entwickelt, die eine Voraussage über die geistigen Fähigkeiten ungeborener Kinder ermöglichten. So könne das Unternehmen „Genomoc Prediction“ (Genetische Vorhersage, North Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey) schon heute durch einen Test feststellen, ob ein Kind später wahrscheinlich einen weit unterdurchschnittlichen Intelligenzquotienten haben werde. Das Verfahren lasse sich schon wenige Tage nach der Verschmelzung von Eizelle und Spermium durchführen. „Eine weitergehende Anwendung liegt auf der Hand, denn mit dem gleichen Test, der einen Embryo mit möglicherweise extrem niedrigem IQ aussortiert, ließe sich auch einer mit einer besonders günstigen Veranlagung finden“, schreibt die Zeitung.

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Anwendung wohl nur eine Frage der Zeit

Besonders in Fällen künstlicher Befruchtung könnten Embryonen in naher Zukunft nach dem voraussichtlichen Intelligenzquotienten ausgesucht werden. Schon heute könnten junge, gesunde Paare dabei zwischen bis zu zehn Embryonen aussuchen. Die Zahl lasse sich noch steigern, wenn es gelinge, menschliche Eizellen auch aus körpereigenen Stammzellen zu gewinnen. Bisher biete die Firma Genomic Prediction zwar eine solche Selektion nicht an. Ihr Gründer Stephen Hsu habe in seinem Blog aber bereits 2012 geschrieben: „Stellen Sie sich vor, was ein Paar zahlen würde, um unter zehn oder fünfzig möglichen Nachkommen den Besten auswählen zu können.“ Er hoffe, dass „progressive Regierungen“ eine solche Möglichkeit dann allen Menschen kostenlos zur Verfügung stellen werde. Der Nutzen, den man durch eine erhöhte Wirtschaftsleistung und verringerte Sozialkosten erzielen könne, würde dann die Kosten bei Weitem überwiegen. „Angesichts solcher Aussagen mag man kaum glauben, dass Genomic Prediction gegründet wurde, um wohlhabende Amerikaner vor dem Risiko zu schützen, ,geistig behinderte‘ Kinder auf die Welt zu bringen“, schreibt die Welt am Sonntag. Zudem gebe es weitere Firmen, die mit ähnlichen Tests arbeiteten. „Es scheint nur eine Frage der Zeit, eine erste Firma über bisherige ethische Normen hinwegsetzt.“

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