Samstag • 15. Juni
„GemeinwohlAtlas“
22. Mai 2019

Beitrag zum Gemeinwohl: Kirchen schneiden sehr unterschiedlich ab

Die evangelische Kirche schneidet bei den Deutschen besser ab, als die katholische. Foto: pixabay.com
Die evangelische Kirche schneidet bei den Deutschen besser ab, als die katholische. Foto: pixabay.com

Leipzig (idea) – Die Deutschen schätzen den Beitrag der evangelischen Kirche zum Gemeinwohl deutlich besser ein als den der römisch-katholischen Kirche. Das geht aus dem am 21. Mai veröffentlichten „GemeinwohlAtlas“ hervor. Die evangelische Kirche erreicht demnach den 19. Platz, die katholische Rang 102. Für die Untersuchung wurden fast 12.000 Bürger zu 137 vorher festgelegten Organisationen und Unternehmen über ihren Gemeinwohlbeitrag in den Bereichen Aufgabenerfüllung, Lebensqualität, Zusammenhalt und Moral befragt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa führte die Umfrage im Auftrag der Leipziger Handelshochschule „Graduate School of Management“ und der Universität St. Gallen durch. Besonders schlecht schneidet die katholische Kirche beim Thema Moral ab. Hier erreicht sie nur Position 118. Hintergrund ist offenbar der Missbrauchsskandal. Laut dem Studienleiter, dem Wirtschaftspsychologen Timo Meynhardt (Leipzig), haben die Skandale der vergangenen zehn bis 15 Jahre dazu geführt, dass die gute Arbeit der Kirche vor Ort in Misskredit geraten sei. Die evangelische Kirche erreicht im Bereich Moral Rang 25. Besser als die beiden großen Kirchen bewerten die Deutschen insgesamt mehrere christliche Hilfsorganisationen: die evangelische Johanniter-Unfall-Hilfe (5), den katholischen Malteser Hilfsdienst (9), die Diakonie (10) und die Caritas (14). Auf den ersten drei Plätzen im GemeinwohlAtlas stehen die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz. Die Bundesregierung rangiert im Mittelfeld (64). Weit hinten liegen die sozialen Netzwerke Instagram (129), Twitter (131) und Facebook (132). Den geringsten Beitrag zum Gemeinwohl leisten nach Meinung der Bürger die Deutsche Bank (134), „Bild“ (135), der Weltfußballverband FIFA (136) und die Zigarettenmarke Marlboro (137).

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