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Hessen-nassauische Kirche
27. November 2019

Tipps für zeitgemäße Sprache: „Gott, mein Freund. Meine Freundin“

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellt ihren Geistlichen ab sofort „Tipps für Gottesdienste in einer zeitgemäßen Sprache“ zur Verfügung. Symbolfoto: unsplash.com
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellt ihren Geistlichen ab sofort „Tipps für Gottesdienste in einer zeitgemäßen Sprache“ zur Verfügung. Symbolfoto: unsplash.com

Darmstadt (idea) – Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellt ihren Geistlichen ab sofort „Tipps für Gottesdienste in einer zeitgemäßen Sprache“ zur Verfügung. Die Internetseite liturgischer-wegweiser.de bietet mit Beginn des neuen Kirchenjahres ab dem 1. Advent Gebete und Liedvorschläge an, die sich an den vorgeschlagenen Bibeltexten in der Perikopenordnung orientieren.

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Die Perikopenordnung regelt, welche Bibeltexte zu Sonn- und Festtagen gelesen und gepredigt werden. Die Referentin für Gottesdienst im Zentrum Verkündigung (Frankfurt am Main) der hessen-nassauischen Kirche, Doris Joachim, gibt Hinweise und Anregungen zur Gebetssprache.

Um die Vielfalt biblischer Gottesbilder abzubilden, könnten abwechselnd männliche und weibliche Formen verwendet werden, etwa „Ewige*r“, Lebendige*r“, oder „Schöpfer*in“. Die Ausrichtung der betenden Gemeinde auf Gott werde leichter, wenn die Anrede kurz sei, zum Beispiel „Gott, mein Freund. Meine Freundin.“

Auf das Wesentliche konzentrieren

Darüber hinaus finden sich in den Anregungen zahlreiche Beispiele, wie bisher gebetet wurde und wie man es anders machen könnte. So gelte es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, möglichst Verben zu verwenden und Wichtiges in Hauptsätzen zu sagen. Statt „Wir beten zu Gott, der mit uns Frieden geschlossen hat“ wird empfohlen „Gott hat mit uns Frieden geschlossen. Zu ihm/ihr beten wir.“

Nach Angaben der EKHN sind fast alle Gebete neu entstanden. Das Anliegen der Ideensammlung sei es, „zu einer theologisch verantworteten, zeitgemäßen und elementaren Gebetssprache zu finden“. Die Worte sollten zudem einprägsam sein.

Was das praktisch bedeutet, zeigt die EKHN in einer Pressemitteilung in Auszügen am Beispiel eines Gebets zum 1. Advent, das auf Weihnachten hinführt: „Du kommst, Gott. Als kleines Kind, das Hilfe braucht. Armselig. Du kommst, Gott. Als mächtiger König, der auf einem Esel reitet. Lächerlich. Du kommst, Gott. Als Herrscher, der nicht Angst und Schrecken bringt, sondern für Gerechtigkeit einsteht. Unglaublich.“

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