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Bundeskonferenz
26. September 2019

BFP: Über 100 Gemeinden in sechs Jahren gegründet

Der BFP feiert über 100 Gemeindeneugründungen seit 2013 und die Menschen, die das ermöglicht haben. Foto: BFP
Der BFP feiert über 100 Gemeindeneugründungen seit 2013 und die Menschen, die das ermöglicht haben. Foto: BFP

Willingen (idea) – 2013 hatte sich der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) das Ziel gesetzt, bis 2025 insgesamt 200 Gemeinden in Deutschland zu gründen. 102 davon existieren bereits. Das berichtete der Leiter des Gemeindegründungswerks des BFP, Robert Tomaschek (Trostberg), auf der Bundeskonferenz unter dem Motto „Erneuerung, Erweckung, Wachstum“. Sie findet vom 23. bis 26. September im nordhessischen Willingen statt.

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Er rief die mehr als 1.400 Teilnehmer dazu auf, deutlich mehr gemeindliche Kapazitäten in missionarische Arbeit zu investieren. „Der Maßstab einer guten Gemeindearbeit sind die Bekehrungen. Ist das nicht mehr der Maßstab, ist es Zeit, die Gemeinde zu schließen“, so Tomaschek. Jede Gemeinde habe das Potenzial in sich, eine Muttergemeinde zu werden, die Neugründungen in ihrer Region vorantreibt. Er mahnte: „Alles, was Multiplikation ausschließt, sollte abgeschafft werden.“ Der Pastor rief dazu auf, mutig zu beginnen. Gott werde die Fähigkeiten und Arbeiter dafür geben.

BFP-Präses: Ich wünsche mir so viele Gemeinden wie Kneipen in einer Stadt

Im Rahmen eines Visionsplanes setzt der BFP seit 2013 verstärkt auf Gemeindewachstum und -gründung in Deutschland. Der Präses des Bundes, Pastor Johannes Justus (Hannover), erklärte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass Gemeindegründung immer mehr „Teil der DNA“ des BFP werde.

Er selbst sieht sich in der Verantwortung, als positives Beispiel voranzugehen und neue Gemeinden zu gründen. Sein Traum: „Ich wünsche mir so viele Gemeinden wie Kneipen in einer Stadt.“ Dafür brauche es jedoch Pastoren, die ihre Mitglieder nicht nur motivieren, sondern auch dahingehend fördern, dass sie andere Menschen mit der christlichen Botschaft erreichen wollen. „Es ist unsere Verantwortung, unsere Schafe gebärfreudig zu machen. Schafe gebären Schafe – nicht der Hirte“, so Justus.

Den missionarischen Ansatz in einer Gemeinde zu verankern, gehe aber nur über den Pastor selbst. Er habe die Aufgabe, sich auf den Weg zu machen, sich zu vernetzen, inspirieren und auch motivieren zu lassen. „Um eine Vision für die Gemeinde zu entwickeln, braucht es oft Menschen, die in einem sehen, was man selbst nicht sieht“, so der Präses.

Wachsende Mitgliederzahlen durch Neuausrichtung

Laut dem Generalsekretär des BFP, Pastor Peter Bregy (Erzhausen), verändert sich die Kultur des Gemeindebundes seit einigen Jahren durch die neue Ausrichtung, mehr Menschen erreichen zu wollen, sehr. Auch wenn im vergangenen Jahr 14 Gemeinden teils geschlossen oder aus dem Bund ausgetreten sind, sei die Zahl der Mitglieder gestiegen. Außerdem seien zehn neue Gemeinden in den Bund aufgenommen worden. Zu einer durchschnittlichen Gemeinde der Freikirche gehörten derzeit 75 Mitglieder.

Der Vizepräses des BFP, Frank Uphoff (Velbert), erklärte, dass das Thema Gemeindegründung und -wachstum in den vergangenen Jahren zur „Chefsache“ erklärt worden sei. Dafür habe man auch gewagt, anderen Themen weniger Beachtung zu schenken. Das zahlt sich seiner Ansicht nach aus: „Ich habe noch nie so eine Phase im BFP erlebt, in der im positiven Sinne so viel aufbricht.“ Das sei auch unter den Mitgliedern zu spüren. Vielerorts entständen Netzwerke, wo sich Gemeinden mit ähnlichen Schwerpunkten, Interessen und Ansätzen verknüpften, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Potenzial schrumpfender Gemeinde erkennen

Pastor Matthias Wolff von der Elimgemeinde in Hamburg ermutigte dazu, als große Gemeinden kleineren „unter die Arme zu greifen“ und in diese zu investieren. Bestehende, aber bislang schrumpfende Gemeinden sollten als Chance gesehen werden: Anders als bei Gemeindegründungen seien bereits Menschen und Potenziale vor Ort.

Der BFP ist die zweitgrößte Freikirche innerhalb der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland. Der Bund umfasst derzeit 843 Gemeinden mit 63.393 Mitgliedern. Nach eigenen Angaben erreicht die Freikirche mit ihren Angeboten regelmäßig mehr als 181.000 Menschen.

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