Donnerstag • 19. April
„Woche für das Leben“
14. April 2018

Bedford-Strohm: Unser Leben ist ein Geschenk Gottes

Die „Woche für das Leben“ wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Screenshot: woche-fuer-das-leben.de
Die „Woche für das Leben“ wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Screenshot: woche-fuer-das-leben.de

Trier (idea) – „Als Christen glauben wir, dass uns das Leben von Gott geschenkt ist. Deswegen hat der Schutz dieses Lebens einen so großen Stellenwert für uns.“ Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), am 14. April in einem ökumenischen Gottesdienst in Trier zur Eröffnung der „Woche für das Leben“. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ und lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Methoden der Pränataldiagnostik (Erkennen von Krankheiten und Missbildungen eines Kindes vor der Geburt) ein. Die vorgeburtliche Diagnostik sei, so Bedford-Strohm, zuallererst dem Leben verpflichtet. Sie solle „die medizinischen Risiken für die Frau und das werdende Leben begrenzen“. Dadurch könnten aber auch für die Eltern schwierige Konfliktsituationen entstehen, etwa wenn sich schwere Schädigungen bei dem Embryo abzeichneten. In der heutigen Gesellschaft sei man gewohnt, aus den vielen Optionen das auszusuchen, was einem am ehesten entspreche: „Es muss klar sein, dass beim Umgang mit menschlichem Leben etwas anderes gilt. Die Achtung vor der unverfügbaren Würde menschlichen Lebens muss die Grundlage und Grenze sein, auf der wir unsere Entscheidungen in den damit zusammenhängenden Fragen treffen.“

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Kardinal Marx: Gott sagt bedingungslos Ja zum Menschen

Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), betonte in seiner Predigt, dass Gott bedingungslos Ja zum Menschen sage. Christen könnten darauf vertrauen, dass Gott das Leben schütze und liebe: „Wir sind dankbar für alle Zeugnisse von Eltern, denen das Ja zum Leben ihres Kindes einiges abverlangt und die dennoch versuchen, mutig und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen.“ Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski (Düsseldorf), äußerte in einer Stellungnahme anlässlich der Woche für das Leben die Sorge, dass das Recht auf Leben immer stärker von „bestimmten gesellschaftlich normierten Kriterien“ abhängig gemacht werde und Menschen mit bestimmten genetischen Erkrankungen ausschließe. Das widerspreche dem christlichen Menschenbild: „Eine Gesellschaft, die dem biblischen Menschenbild gerecht wird, ist inklusiv, nicht selektiv.“ Vorgeburtliche Analysemethoden verlangten den Eltern immer früher eine Entscheidung ab, „die zunehmend unter dem Druck von gesellschaftlichen Erwartungen gegen das Kind getroffen werden könnte“. Die „Woche für das Leben“ wurde 1991 von der katholischen Kirche mit dem Anliegen gestartet, sich gegen Abtreibung und für den Schutz ungeborener Kinder einzusetzen. Die EKD beteiligt sich seit 1994.

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