Gesellschaft
Erster „Vision Hub“: Plädoyer für ein mutiges Leben mit Vision
Der Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF) lud junge christliche Unternehmer zum Austausch ein.
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Junge Christen sollen ihre persönliche Lebensvision kennen und mutig danach leben. Dazu haben die Referenten der ersten „Vision Hub“-Veranstaltung des Kongresses Christlicher Führungskräfte (KCF) am 24. Oktober die 61 Teilnehmer in Leipzig ermutigt. Zu den Rednern gehörten der Personalberater und Gründer des Stuttgarter Netzwerks „Raise Leaders“ zur Förderung christlicher Führungskräfte, Wolfgang Weidner, die Managerin der christlichen Rapper „O’Bros“, Joelle Brombacher (München), und der Unternehmer Thomas Rudolph (Oelsnitz/Erzgebirge).
Vom Konzernmanager zum Förderer junger Führungskräfte
Weidner schilderte aus seiner Lebenserfahrung, welchen Unterschied ein Leben mit Vision macht. Bis zum Alter von 35 Jahren habe er als junge Führungskraft in einem Konzern keine Vision für sein Leben gehabt, „es sei denn Karriere zu machen, Wohlstand und Ansehen zu vermehren“. Mit 35 Jahren habe er sich in einer Krise zu Jesus bekehrt. Kurz darauf hatte er einen Traum, junge Führungskräfte in Stuttgart zu schulen. Obwohl er damals in Norddeutschland gelebt und Stuttgart nicht gekannt habe, habe Gott ihn und seine Familie dorthin geführt.
2002 nahm Weidner an einer von Christen veranstalteten Denkfabrik teil. Sie widmete sich der Frage: „Was können wir tun, damit Europa zu seinen christlichen Wurzeln zurückkehrt?“ Dabei sei ihm bewusst geworden, dass viele Organisationen in der Gesellschaft ihren Nachwuchs förderten. Christen täten dies aus seiner Sicht aber unzulänglich und oft nur innerhalb von Gemeindegrenzen. So sei die Idee entstanden, junge christliche Führungskräfte mit Mentoren zu verbinden. Seit 2005 bringt „Raise Leaders“ nach eigenen Angaben zweimal jährlich 20 junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren zusammen. Nach einem intensiven Kennenlernen sucht das Netzwerk passende Mentoren für sie.
„Der Mut kommt im Gehen“
Brombacher sprach über Gedanken, die Menschen in ihrem Zwanzigern und Dreißigern beschäftigten, aber selten laut ausgesprochen würden: den ständigen Vergleich mit anderen, den Druck, „angekommen“ sein zu müssen, und den Zweifel, ob man den eigenen Aufgaben gewachsen ist. Eine Vision sei ein Kompass, der Orientierung gebe – insbesondere in einer Generation mit unzähligen Möglichkeiten. Grundlage dafür sei die eigene Identität als Kind Gottes. „Und der Mut kommt nicht vor dem ersten Schritt, sondern im Gehen.“ Junge Menschen sollten „groß von Gott und groß von sich selbst denken“, weil Gott durch ganz normale Menschen in dieser Welt wirken wolle.
Brombacher ist seit fünf Jahren mit dem christlichen Rap-Duo „O’Bros“ unterwegs und kümmert sich seit drei Jahren um dessen Management. Als unabhängiges Team aus drei Leuten habe man Ziele erreicht, die sie sich „selbst nie zugetraut hätte“. So erreichte das Album „Underrated“ (unterbewertet) Platz 2 der deutschen Albumcharts. 2025 belegte das Album „To be honest.“ (Um ehrlich zu sein) Platz 1. Am meisten gewachsen sei sie durch Aufgaben, die sie noch nie gemacht habe, und durch Menschen, die Potenzial in ihr gesehen hätten, bevor sie es selbst erkannt habe.
„Sei mutig oder langweilig“
Rudolph, Geschäftsführer eines Autohauses, sprach zum Thema „Sei mutig oder langweilig – Warum die Welt keine vorsichtigen Visionäre braucht“. Es komme vor allem darauf an, die persönliche Lebensvision zu kennen und konsequent danach zu leben. Mutige Schritte in Richtung der eigenen Vision könnten sehr erfüllend sein. Er ermutigte die jungen Berufstätigen, systematisch und regelmäßig an ihrer Wirksamkeit und Lebensrichtung zu arbeiten – etwa mit einem Mentor, durch konsequente Visionsarbeit, Kalenderführung oder eigene Nachdenkzeiten.
Erstes christliches „Business-Barcamp“
Teil des Tagesprogramms war zudem ein christliches „Business-Barcamp“, das der KCF nach eigenen Angaben zum ersten Mal veranstaltete. Bei diesem Format bringen die Teilnehmer eigene Ideen für Workshops ein. Dazu meldeten sie vorab ein Thema oder eine Frage an und stellten es vor Ort in 90 Sekunden vor. Anschließend stimmten alle Teilnehmer ab. Die beliebtesten Themen kamen als 60-minütige Workshops ins Programm.
In Brombachers Workshop „Jung, kompetent und trotzdem übersehen? Lass uns darüber reden“ berichteten Teilnehmer von Situationen, in denen sie sich wegen ihres Alters im Beruf unterschätzt fühlten. Es ging etwa um Unsicherheit bei Gehaltsfragen, unerwartete Kündigungen und das Leiten von Mitarbeitern mit mehr Erfahrung. Rudolph moderierte einen Unternehmer-Stammtisch. Die selbstständige Unternehmensberaterin Maike Moore (Berlin) moderierte unter dem Titel „Money Talk“ einen Austausch über finanzielle Selbstorganisation. Während des gesamten Veranstaltungstages bot der KCF Lobpreis und Gebet für alle Teilnehmer an.