Politik

EAK: Scharfe Kritik an Linken-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

Im Wahlprogramm zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vergleicht die Partei „Die Linke“ Evangelikale mit Dschihadisten. Der EAK-Bundesvorsitzende, Thomas Rachel, nennt das eine ungeheuerliche Diffamierung.

Lesezeit: 3 min

Der EAK-Bundesvorsitzende Thomas Rachel fordert von der Linken „selbstkritische Rechenschaft“.
Der EAK-Bundesvorsitzende Thomas Rachel fordert von der Linken „selbstkritische Rechenschaft“. Foto: picture alliance/epd-bild/Christian Ditsch

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), Thomas Rachel (Berlin), hat eine Formulierung im Wahlprogramm der Partei „Die Linke“ zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September scharf kritisiert. 

In dem Programm heißt es, die Linke setze sich dafür ein, „dass religiöser Fundamentalismus, sei er christlich-evangelikaler oder jihadistischer Prägung, durch Intervention, Aufklärungsarbeit, Prävention und zivilgesellschaftliche Initiativen entschieden bekämpft wird“. Rachel bezeichnete diese Gleichsetzung als „ungeheuerliche Diffamierung“ eines „bis heute so vielfältigen, lebendigen Frömmigkeitszweiges des christlichen Glaubens in unserem Land“.

Pietistisch-evangelikale Frömmigkeit als Ausdruck von Friedfertigkeit

Es sei „infam“, ausgerechnet in Deutschland, wo historisch gesehen Pietismus und Aufklärung zeitgleich miteinander in Blüte standen, evangelikal geprägten Christen und Kirchengemeinden einen gewaltbereiten und demokratiefeindlichen Fundamentalismus zu unterstellen, der entschieden bekämpft werden müsse. Pietistisch-evangelikale Frömmigkeit zeichne sich traditionell gerade durch das „jesuanische Gebot der absoluten Friedfertigkeit“, die ernsthafte Gewissensprüfung sowie den Geist der konsequenten persönlichen Nachfolge Jesu Christi aus. 

Rachel verwies zudem auf die klassischen Freikirchen wie Quäker, Methodisten, Baptisten und Brüdergemeinden. Diese wüssten die Werte von Freiheit, Gewaltverzicht und Toleranz gerade deshalb zu schätzen, weil sie selbst über lange Zeit unter „obrigkeitsstaatlicher Gewalt, gesellschaftlicher Intoleranz oder politischer Verfolgung“ zu leiden hatten.

Verharmlosung des Islamismus

Die Linke verharmlose und relativiere in ihrem aktuellen Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt die Gefahr des Islamismus, so Rachel. Dazu gehörten „der ihm innewohnende Hang zur Ablehnung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, der Ablehnung universaler Menschenrechte sowie sein antisemitisch bedingter Hass auf den Staat Israel“. 

Der EAK-Vorsitzende warf der Partei zudem vor, heuchlerisch zu agieren und von einer problematischen Nähe zu islamistischen Personen und Kreisen in den eigenen Reihen sowie bei der eigenen Wählerschaft ablenken zu wollen. Rachel verwies auf einen Bericht der „Jüdischen Allgemeinen“ vom 10. Juni 2025, wonach der Linken immer wieder „eine fehlende Distanz zu extrem israelfeindlichen sowie islamistischen Ideen und Gruppen“ vorgeworfen werde. 

Die Linke solle beim Thema des verfassungsfeindlichen Fundamentalismus „selbstkritische Rechenschaft“ über ihre eigenen Verbindungen zu islamistischen, radikalen pro-palästinensischen und Israel-feindlichen Personen, Gruppen und Milieus ablegen. Als Nachfolgepartei der SED, die in der DDR-Diktatur mit ihrer sozialistischen Ideologie Christen und andere friedensbewegte Dissidenten und Bürgerrechtler „diskriminiert, bespitzelt und verfolgt“ habe, gebe es für die Partei „offensichtlich immer noch sehr viel aufzuarbeiten“, so Rachel.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von IDEA-Leiter Dennis Pfeifer: 
Ein ungeheuerlicher Angriff auf Evangelikale!

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