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Bericht

Wenn Gott heilt

02.11.2023

Die Hauptdarstellerin Claudia mit ihrem Ehemann. Foto: Life on Stage
Die Hauptdarstellerin Claudia mit ihrem Ehemann. Foto: Life on Stage

Das evangelistische Musical „Life on Stage“ (Leben auf der Bühne) geht in diesem Jahr zum siebten Mal auf Tour. Am 31. Oktober fand die diesjährige Premiere in Hamburg statt. IDEA-Redakteurin Erika Weiss hat die Veranstaltung besucht.

Wenn du nach einem Musical tagelang einen Ohrwurm hast, weißt du: Die Musik war gut. In meinem Kopf singe ich das Schlusslied „Hier am Kreuz“. Darin heißt es: „Alles was trennt, du nahmst es fort. Der Weg ist frei zu Gott.“

Über 1.000 Menschen hörten am Premiere-Abend diese Botschaft in der Sporthalle in Hamburg. Viele von ihnen sind Christen und brachten ihre nicht-christlichen Freunde, Familienmitglieder oder Arbeitskollegen mit. Denn das ist das Anliegen von „Life on Stage“: Christen ermutigen, evangelistisch zu leben.

Über Tausend Besucher kamen zum ersten Life-on-Stage-Abend in die Sporthalle Hamburg. Foto: Life on Stage

Ausweglose Situation?

Die 14 Darsteller erzählen am ersten Abend der Musical-Tour die auf einer wahren Begebenheiten beruhende Geschichte der jungen Mutter Claudia. Ihr erster Sohn Florian ist hyperaktiv, der zweite Sohn Benjamin leidet unter schwerer Neurodermitis. Claudia rennt von einem Arzt zum nächsten, in der Hoffnung auf Heilung für Benjamin. Die Genesungschancen stehen schlecht.

Verzweifelt sucht sie Hilfe in der Esoterik. Doch auch hier erfährt ihr Sohn keine Besserung. Sein Zustand belastet nicht nur die Beziehung seiner Eltern, sondern auch die Psyche seiner Mutter: Längst steckt sie in einer tiefen Depression. Und dann ist da noch Sohn Florian, der ständig für Ärger sorgt und Claudias Geduldsfaden zusätzlich strapaziert.

Der Hauptdarstellerin gelingt es, dass ich als Zuschauerin Claudias Last und Ausweglosigkeit nachempfinden kann. Sie weint, schreit, bricht zusammen. Dazwischen singt sie Sätze wie „Ich sehne mich nach Liebe und Heilung. Für den Körper und das Herz.“ Mehrmals musste ich über ihr Löwenherz als Mutter staunen. Sie gibt für ihren Sohn alles und noch viel mehr. Wird sie Heilung für Benjamin finden – aber auch für ihre eigene unruhige Seele?

Sohn Benjamin umgeben von Esoterik. Foto: Life on Stage

Körperliche Heilung

Eine christliche Freundin lädt Claudia zu einem Glaubenskurs ein. Die Aussicht auf ein paar Abende ohne Kinder klingt verlockend. Hier hört die junge Mutter das Evangelium. Sie ist tief bewegt, auch von der Lobpreismusik. Schließlich singt sie: „Jesus, ja, ich will, dass dein Geist mich erfüllt. Ich kann’s noch nicht verstehen, doch du gabst dein Leben für mich her. Bei dir habe ich gefunden, was ich so dringend brauch. An deinen Wunden sehe ich, dass du mich liebst.“

Von da an geht es ihr von Tag zu Tag besser – obwohl die Umstände sich nicht ändern. Ganz im Gegenteil: Die Gesundheit ihres Sohnes nimmt weiterhin ab. Als Benjamin wieder einmal im Krankenbett liegt, ist Claudia am Boden zerstört. Wo findet sie Hilfe? Vielleicht soll sie es doch noch einmal mit der Esoterik probieren?

Im Moment ihrer Zweifel begegnet ihr Gott. Klar und deutlich hört sie seine Stimme: „Glaubst du, dass ich Benjamin heilen kann?“ Unter Tränen kniet sie sich neben ihren Sohn und betet um Heilung. Und tatsächlich: Gott heilt Benjamin.

Der heute 21-Jährige lebt in der Schweiz und hat mit seinem Bruder Florian eine Grafikdesign-Agentur gegründet.

Die viel wichtigere Heilung

Nach dem Musical tritt Gabriel Häsler auf die Bühne. Der gebürtige Schweizer ist Projektleiter von „Life on Stage“. Er baut eine Brücke zwischen Claudias Geschichte und den Besuchern. Er macht deutlich: Das eigentliche Wunder, das Claudia erlebte, war nicht die körperliche Heilung ihres Sohnes, sondern: Gott ist ihr begegnet und hat ihre Seele geheilt.

Nichtsdestotrotz könne Gott noch heute Menschen von Krankheiten heilen, sagt Häsler. Er ist überzeugt: „Jesus Christus ist die größte Heilungskraft auf dieser Erde.“ Er betont aber auch, dass Heilung nicht immer geschieht. „Ich weiß nicht, warum Gott nicht immer heilt. Er allein entscheidet, wann er heilt, weil er viel weitersieht als wir.“ Doch in der Bibel stehe: Rufe zu mir in den Tagen der Not, und ich werde dich erretten (Psalm 50,15). „Ich habe schon so oft erleben dürfen, wie Gott heilend eingegriffen hat.“

Gabriel Häsler erzählt den Zuhörern das Evangelium. Foto: Life on Stage

Mutiges Gebet

Und plötzlich fühlt es sich an, als würde ich mitten in einem Heilungsgottesdienst sitzen: Häsler lädt das Publikum ein, ihre Hände auf von Schmerz betroffene Körperstellen zu legen, und betet für Heilung.

Ganz schön mutig, dieses Gebet vor so vielen Menschen zu sprechen, denke ich. Vor allem vor Nicht-Christen. Wollen sie jetzt vielleicht nur eine Beziehung zu Jesus haben, damit er sie körperlich heilt? Und was ist, wenn er es nicht tut? Ja, Jesus kann heilen, keine Frage. Und wir lesen in der Bibel, dass viele Menschen nach einer Heilung zum Glauben gekommen sind. Trotzdem wäre ich vorsichtig, bei einer Großveranstaltung um Heilung zu beten.

Häsler erklärt danach das Evangelium klar und deutlich. Anschließend lädt er die Besucher ein, nach vorne neben der Bühne an das Kreuz zu kommen und in einem Gebet Jesus in ihr Herz einzuladen. 60 Menschen folgen dem Aufruf. Danach gehen sie in die „Next-Step-Lounge“ (Nächster Schritt-Lounge) und erfahren, wie sie Jesus konkret im Alltag nachfolgen können.

Die Besucher kommen vor das Kreuz. Foto: Life on Stage

Was für eine Chance

Das Musical endet mit stehendem Applaus. Ich sehe fröhliche Gesichter. Draußen, ein paar Meter von der Sporthalle entfernt, tummeln sich verkleidete Hexen, Vampire und Gespenster. Sie feiern Halloween. Wie gut, dass es heute Abend so ein wertvolles Programm in der Hansestadt gab. Musikalisch, schauspielerisch und szenisch top! Und am 3. November wird die Geschichte von Melanie erzählt. Würde ich in Hamburg wohnen, würde ich mir das auf keinen Fall entgehen lassen.

Über Life on Stage:

Drei verschiedene Musicals schildern die wahren Geschichten von Menschen, deren Leben sich nach einer Begegnung mit Jesus um 180 Grad gedreht hat: „Claudia: Suche nach Heilung“, „Thomas: Leben auf die harte Tour“ und „Melanie: Bleib bei mir, Mama“. Pro Veranstaltung wird eine Geschichte aufgeführt. Wo Life on Stage demnächst stattfindet, lesen Sie hier.

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