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Warum stellt IDEA diese Frage?

Lesezeit: 2 min

IDEA-Leiter Matthias Pankau. Graphik: IDEA / Daniel Höly
IDEA-Leiter Matthias Pankau. Graphik: IDEA / Daniel Höly

Von Matthias Pankau

Vor dem Hintergrund des von der Regierung beschlossenen Abschiebestopps nach Afghanistan wollten wir in einer repräsentativen Umfrage wissen: Sollten Straftäter weiterhin Richtung Hindukusch abgeschoben werden? Das Ergebnis: Mehr als jeder zweite Deutsche (55 Prozent) meint, ja.

„Unfassbar, unterirdisch!“

In den Sozialen Netzwerken wurden wir teils heftig dafür kritisiert, eine solche Frage überhaupt gestellt zu haben. Einige Reaktionen:

– Absolut unverständlich, in der momentanen Lage so eine Umfrage zu machen … das ist doch beileibe angesichts des furchtbaren Leids so unwichtig …

– Typisch IDEA: eine Umfrage, bei der das Ergebnis ist: Auge um Auge, wie Du mir, so ich Dir.

– Unfassbar, wie sich IDEA inzwischen präsentiert. So eine Frage von einem angeblich christlichen Magazin. Unterirdisch.

Solche Fragen müssen gestellt werden

Was die Kommentatoren verkennen, ist die Kernaufgabe unabhängiger Medien: nämlich die Fragen zu stellen, die die Menschen bewegen. Vor dem Hintergrund von Gewalttaten wie der des Mordes zweier afghanischer Brüder an ihrer Schwester in Berlin aus vermeintlich gekränkter Ehre oder der Vergewaltigung einer Minderjährigen ebenfalls durch einen 2015 nach Deutschland geflüchteten Afghanen sollte diese Frage nicht nur erlaubt sein, sondern sie muss gestellt werden. Denn in einer Demokratie ist die Meinung der Basis nun mal entscheidend. Das Volk ist der Souverän.

Informieren statt erziehen

Wir bei IDEA wollen unsere Abonnenten und Leser nicht erziehen. Deshalb betreiben wir auch keinen Gesinnungsjournalismus, der unseren Lesern vorschriebe, wie sie über bestimmte Entwicklungen zu denken hätten. Stattdessen wollen wir sie umfassend informieren, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Das widerspricht nicht unserer christlichen Haltung. Denn als Christen übernehmen wir eine Mitverantwortung für unser Gemeinwesen. Und dazu gehört, auch schwierige Fragen zu stellen und unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

(Der Autor, Matthias Pankau, ist Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar).)

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