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Wann geistlicher Missbrauch vorliegt

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Die Deutsche Evangelische Allianz hat einen Leitfaden zum Umgang mit religiösem Machtmissbrauch herausgegeben. Screenshot: ead.de
Die Deutsche Evangelische Allianz hat einen Leitfaden zum Umgang mit religiösem Machtmissbrauch herausgegeben. Screenshot: ead.de

Bad Blankenburg (IDEA) – Die Deutsche Evangelische Allianz (Bad Blankenburg) hat einen Leitfaden zum Umgang mit religiösem Machtmissbrauch herausgegeben. Verfasser sind die psychologische Beraterin Martina Kessler (Gummersbach) und der Psychotherapeut Wolfram Soldan (Kitzingen bei Würzburg).

Darin wird die Thematik anhand einer Ampel dargestellt. Grün steht dabei für eine gesunde Weise, Verantwortung in Gemeinden wahrzunehmen. Die Farbe Gelb weist auf mögliche Anzeichen für einen unguten Umgang mit Macht hin. Die rote Warnleuchte schließlich beschreibt Kriterien, die „für verfestigten Machtmissbrauch sprechen“.

Anhand eines Fragebogens mit 15 Fragen kann man anhand der eigenen Gemeinde prüfen, wie es um den Umgang mit Macht bestellt ist. Laut den Autoren liegt geistlicher Machtmissbrauch dann vor, wenn andere Menschen mit Hilfe religiöser Argumente, Mittel oder Rituale gegen ihren Willen dazu genötigt würden, etwas zu tun oder zu lassen. Dieser Missbrauch könne von Leitern gegenüber Gemeindemitgliedern aber auch umgekehrt ausgeübt werden oder „auf gleicher Ebene“, also etwa zwischen Kollegen, geschehen.

Außerdem ließen sich mit religiösen Begründungen auch missliebige Personen, Meinungen oder Einflüsse bekämpfen. Dabei müsse jedoch bedacht werden, dass man auch durch den „übertriebenen Vorwurf“ des geistlichen Missbrauchs selbst wiederum Macht missbrauchen kann. Menschen, die so handelten, hätten zuvor oft tatsächlich Missbrauch erlitten und „derart empfindliche Antennen entwickelt, dass sie Rotkriterien sehen, wo eher Gelbkriterien zu diagnostizieren“ seien.

Der Leitfaden kann über die Webseite der Deutschen Evangelischen Allianz heruntergeladen werden.

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