Menschenrechte

Vietnam: Pastor seit über dreieinhalb Jahren in Haft

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Pastor Dinh Diem. Foto: IGFM
Pastor Dinh Diem. Foto: IGFM

Frankfurt am Main/Wetzlar (IDEA) – Zum „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelisch-lutherischen Pastor Dinh Diem aus Vietnam benannt. Sie rufen dazu auf, für ihn einzutreten und zu beten. Er befindet sich seit über dreieinhalb Jahren in Haft.

Beamte der Provinzpolizei nahmen Diem am 5. Januar 2018 fest, nachdem er zuvor bereits von den Behörden gegängelt und observiert worden war. Die Polizisten schlugen bei dem Einsatz seinen damals elfjährigen Sohn, als dieser Diems Bruder über die Festnahme informieren wollte.

Am 12. Juli 2018 erfolgte dann das harte Urteil: Ein Gericht der zentralvietnamesischen Küstenprovinz Quang Ngai verhängte gegen den Pastor 16 Jahre Gefängnis, weil er sich angeblich an Aktivitäten beteiligt habe, die sich gegen die kommunistische Regierung richteten. Er habe sich in einer Gruppe Oppositioneller führend für den interreligiösen Dialog in Vietnam eingesetzt.

Diem und seine Familie bestreiten die Vorwürfe. Im Gefängnis wurde der zweifache Vater gefoltert, um ihn zu einem Geständnis zu bringen. Offiziell garantiert die Verfassung des kommunistisch regierten Landes Glaubens- und Religionsfreiheit. Doch der christliche Glaube wird häufig als westliche Religion angesehen und abgelehnt.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den vietnamesischen Präsidenten Nguyen Xuan Phuc die Freilassung des Pastors zu fordern. Von den rund 97 Millionen Einwohnern Vietnams sind die meisten Buddhisten oder Anhänger von Stammes bzw. Naturreligionen. Neun Prozent sind Christen.

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