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Venezuela: Christliche Werke helfen nach den Erdbeben

Nach Angaben des Hilfswerks „Kirche in Not“ wurden auch viele kirchliche Einrichtungen beschädigt. Sorgen bereiten den Helfern außerdem die schwierige wirtschaftliche Lage und das überlastete Gesundheitssystem des Landes.

Lesezeit: 2 min

Bei den Erdbeben in Venezuela wurden auch viele kirchliche Gebäude zerstört, etwa die Kirche des katholischen Pristerseminars in der Hafenstadt La Guaira. Foto: Kirche in Not
Bei den Erdbeben in Venezuela wurden auch viele kirchliche Gebäude zerstört, etwa die Kirche des katholischen Pristerseminars in der Hafenstadt La Guaira. Foto: Kirche in Not

Die starken Erdbeben in Venezuela haben auch große Schäden an kirchlichen Gebäuden angerichtet. Das teilte das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (München) in einer Presseerklärung mit. Die beiden Beben mit einer Stärke von 7,2 und 7,5 ereigneten sich am 24. Juni. Sie brachten viele private und öffentliche Gebäude zum Einsturz.

Nach Angaben der venezolanischen Interimspräsidentin Delcy Rodríguez wurden bisher mindestens 164 Todesopfer und fast 1.000 Verletzte registriert. Viele kirchliche Einrichtungen hätten trotz erheblicher Schäden ihre Türen für Familien geöffnet, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können, erklärte „Kirche in Not“.

Nach Angaben des katholischen Erzbischofs der Hauptstadt Caracas, Raúl Biord Castillo, sind die Kathedrale von Caracas sowie zahlreiche weitere Pfarreien betroffen. Aufgrund von Strom- und Internetausfällen sei das volle Ausmaß der Zerstörung noch nicht absehbar.

Es droht eine Überlastung des Gesundheitssystems

Das christliche Kinderhilfswerk World Vision erklärte in einer Pressemitteilung, besondere Sorge bereite den Helfern vor Ort eine mögliche Überlastung des angeschlagenen Gesundheitssystems. World Vision setze den Schwerpunkt seiner Hilfe auf die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser, den Aufbau von Notunterkünften und die psychosoziale Hilfe für Kinder.

Schnelle Hilfe mit dem Nötigsten

Das katholische Hilfswerk Malteser International kündigte eine Soforthilfe von 250.000 Euro an. Die wirtschaftliche Lage in dem südamerikanischen Land sei bereits seit vielen Jahren sehr angespannt, heißt es in einer Pressemitteilung. Jetzt gehe es darum, die Betroffenen schnell mit dem Nötigsten zu versorgen.

Von den rund 31 Millionen Einwohnern Venezuelas sind 48 Prozent katholisch und 31 Prozent evangelisch; unter ihnen bilden Pfingstkirchler die größte Gruppe. 14 Prozent sind konfessionslos, sieben Prozent gehören sonstigen Religionsgemeinschaften an.

Menschenrechtler kritisieren fortwährende Verstöße der Regierung gegen die Religionsfreiheit und andere Menschenrechte in dem Land. Das sozialistische Regime wird für die Verfolgung religiöser Führer, die systematische Unterdrückung der unabhängigen Zivilgesellschaft und die Vertreibung indigener Gruppen verantwortlich gemacht.

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