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Transsexualität: Wissenschaftler kritisieren ARD und ZDF

02.06.2022

Ein Teenager mit einer Regenbogen-Flagge. Symbolfoto: unsplash.com
Ein Teenager mit einer Regenbogen-Flagge. Symbolfoto: unsplash.com

Berlin (IDEA) – Die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland indoktrinieren Kinder und Jugendliche mit falschen Darstellungen von Transsexualität: Diesen Vorwurf erheben sieben Wissenschaftler, die in einem nun veröffentlichten Dossier zahlreiche Sendungen analysiert haben. Sie kritisieren unter anderem die Themenauswahl, die sie für „einseitig, ideologisch motiviert und unausgewogen“ halten. Das „eher seltene Phänomen genderdysphorischer Jugendlicher“, die sich im falschen Körper fühlen, sei „omnipräsent“.

Außerdem wird bemängelt, dass in Interviews weder kritische Nachfragen gestellt, noch Behauptungen durch die Redaktion auf Wahrheit überprüft würden. In Reportagen käme reihenweise nur eine Seite zu Wort. Da Behauptungen aus älteren Sendungen immer wieder übernommen würden, sei inzwischen „ein regelrechtes Zerrbild der Realität“ entstanden, „das auf widerlegbaren Falschinformationen“ fuße.

Offener Brief fordert Abkehr von ideologischen Darstellungen

Als Konsequenz der Analyse haben die beteiligten Wissenschaftler einen Aufruf gestartet, der von rund 120 Biologen, Psychologen, Pädagogen und Angehörigen anderer Berufe unterzeichnet wurde. Darin fordern die Unterzeichner „eine Abkehr von der ideologischen Betrachtungsweise zum Thema Transsexualität und eine faktenbasierte Darstellung biologischer Sachverhalte nach dem Stand von Forschung und Wissenschaft“.

Sie kritisieren, dass sich die Zahl der wegen Geschlechtsdysphorie behandelten Kinder und Jugendlichen in weniger als zehn Jahren um das Fünfundzwanzigfache gesteigert habe. Das liege daran, dass das Thema durch die Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an Kinder und Jugendliche herangetragen werde.

In den verschiedenen Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks werde dieser „Trans-Hype“ geschürt und der Weg in den vermeintlich richtigen Körper „als kinderleichter Schritt geschildert. Es geht um Mädchen, die sich chirurgisch Brüste und Gebärmutter entfernen lassen und um den Einsatz von Pubertätsblockern, die vorübergehend verhindern, dass sich die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale entwickeln.“ Die möglichen – teils irreversiblen – körperlichen und psychischen Folgen solcher Maßnahmen würden nicht geschildert.

Zweigeschlechtlichkeit des Menschen anerkennen

Die Unterzeichner wenden sich „entschieden gegen die Vorstellung, dass Frauen und Männer nur soziale Konstrukte oder gefühlte Identitäten sind. Wir sehen Errungenschaften der Frauenbewegung bedroht, weil jeder Mann sich fortan durch eine Erklärung zur Frau deklarieren und in deren Schutzzonen eindringen kann. Maßnahmen zur Frauenförderung werden ebenso ausgehöhlt wie ihr Schutz vor Gewalt.“

Den Kindern werde noch vor vollendeter Geschlechtsreife während der Pubertät eine Entscheidung auferlegt, deren Folgen sie nicht überblicken könnten. In den Jugendsendungen und in den Sozialen Medien werde zudem immer wieder gegen die Formulierung des Medienstaatsvertrags nach Achtung der Würde des Menschen und Schutz sittlicher und religiöser Überzeugungen verstoßen. „Schamgrenzen werden eingerissen. Pornographische Darstellungen werden ohne Altersüberprüfung für Kinder und Jugendliche bereitgestellt.“

Zu den Unterzeichnern gehören auch bekennende Christen wie der Biologieprofessor Siegfried Scherer (München) und die Publizistin und Buchautorin Birgit Kelle („Gendergaga“, „Muttertier“).

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