Menschenrechte

Syrien: Junge Christen sind weitgehend ausgewandert

Lesezeit: 2 min

Blick auf Damaskus, die Hauptstadt von Syrien. Foto: IMAGO/Xinhua
Blick auf Damaskus, die Hauptstadt von Syrien. Foto: IMAGO/Xinhua

Die christlichen Gemeinden in Syrien haben die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen zum größten Teil durch Auswanderung verloren. Das berichtete der Geschäftsführer der christlichen Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International Deutschland (CSI), Peter Fuchs (München), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Vor 13 Jahren hatte der Bürgerkrieg in Syrien begonnen.

Zum Hintergrund: Mitte März 2011 begann der Konflikt in Syrien mit Protesten gegen die Regierung des Machthabers Baschar al-Assad. Sicherheitskräfte gingen gegen die Demonstranten mit Gewalt vor. Der Konflikt mündete in einen Bürgerkrieg.

Fuchs machte auf die „erdrückende Armut“ unter den Menschen aufmerksam: 90 Prozent der Syrer lebten unterhalb der Armutsgrenze. Millionen Einwohner hätten keinen Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln und Medikamenten. Fuchs: „Viele syrische Familien können nur noch eine einzige spärliche Mahlzeit pro Tag einnehmen. Strom ist ein Luxusgut.“

Die Menschen im Land hätten jegliche Freude verloren. Fuchs zufolge ist zwar für die Einwohner in vielen Regionen der Krieg vorbei: „Aber auch in den von der syrischen Regierung kontrollierten – weitgehend sicheren Gebieten – kann es vereinzelt zu Angriffen von Drohnen aus Terroristengebieten wie Idlib kommen.“ Zudem komme es auch zu Raketenangriffen ausländischer Akteure auf Militäreinrichtungen und Flughäfen.

Die Menschen litten unter der wirtschaftlichen Blockade Syriens durch die Sanktionen von USA und EU. CSI fordert die UN-Mitgliedsstaaten auf, alle für die Zivilbevölkerung schädlichen Wirtschaftssanktionen aufzuheben. Fuchs: „Die junge Generation hat nur einen Wunsch und ein Ziel: Syrien zu verlassen Richtung Europa, Kanada oder Australien.“

Ähnliche Artikel

+ Interview

„Krieg darf sich nicht lohnen“

Ruprecht Horst von Butler ist Generalmajor der Bundeswehr und Mitglied der EKD-Synode. Im Gespräch mit IDEA-Leiter Dennis Pfeifer erklärt er, wie ihm sein Glaube bei schweren Entscheidungen hilft.

Cookies für relevante Nachrichten.

Damit Sie komfortabel auf IDEA.de unterwegs sein können setzen wir Cookies und Dienste externer Partner ein. Mit Klick auf „ALLE AKZEPTIEREN“ stimmen Sie der Cookie-Nutzung und der Datenübermittlung an externe Partner zu und erklären sich einverstanden, dass Ihre Daten auch in Nicht-EU-Länder mit unzureichendem Datenschutz übertragen werden können (Details siehe Datenschutzhinweise).

IDEA Magazin Cover abgebildet auf einem iPad

4 Wochen IDEA Digital 8,95 Euro 1 Euro

Entdecken auch Sie das digitale Abo mit Zugang zu allen Artikeln auf idea.de