Politik

Schäuble: Christen sollten Freude ausstrahlen

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„Kirchen werden gebraucht": Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble während seines Impulsvortrags in der Trierer Konstantin-Basilika. Foto: ekkt.de
„Kirchen werden gebraucht": Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble während seines Impulsvortrags in der Trierer Konstantin-Basilika. Foto: ekkt.de

Trier (IDEA) – Christen sollten Freude ausstrahlen. Diese Ansicht vertrat der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) am 27. Juni in Trier. Der evangelische Politiker hielt einen Impulsvortrag mit dem Titel „Ist mit Kirche noch Staat zu machen?“ bei einer Veranstaltung des Evangelische Kirchenkreises Trier, des Evangelischen Büros Mainz und der Wissenschaftsallianz Trier in der Konstantin-Basilika.

Anlass war das 75-jährige Bestehen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr. Wie der Kirchenkreis mitteilte, sagte Schäuble in dem Vortrag, für ihn persönlich sei sein christlicher Glauben „etwas, das außerhalb meiner Verfügung ist, und das mich trägt“. Es sei wichtig, dieses „Getragen-Sein“ spürbar sein zu lassen. „Wenn wir evangelisch ausstrahlen, dass wir uns freuen, dann leisten wir unserem Land einen unglaublichen Dienst.“

Weiter erklärte Schäuble, er sehe die Akzeptanz der Kirche nicht gefährdet. „Ich bin da nicht pessimistisch. Kirchen werden gebraucht – wenn wir wissen, dass wir unseren Beitrag leisten müssen. Wir machen die Dinge wertvoll – Geben ist seliger als nehmen.“ Damit erbringe die Kirche einen Beitrag zur Wertegesellschaft. Sie spiele eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben, etwa in den Bereichen Betreuung, Erziehung und Bildung.

Weiter sagte Schäuble, die säkulare Ordnung brauche eine religiöse Orientierung. Keine andere gesellschaftliche Kraft sei besser geeignet als die Kirche, auch in Krisenzeiten Hoffnung zu vermitteln. Deshalb werde „Kirche gebraucht, um Staat zu machen“.

Bergpredigt taugt nicht für praktische Politik

In seinem Vortrag erklärte Schäuble außerdem, die Bergpredigt Jesu (Matthäus 5–7) tauge seiner Meinung nach nicht als Leitlinie für praktische Politik. Zur Begründung sagte der Politiker, die Aufgabe der Politik sei immer die Gestaltung des Irdischen. Dabei habe sie es „mit dem Menschen zu tun, wie er ist, und nicht wie er sein sollte“.

Schäuble gehört seit 1972 ununterbrochen dem Bundestag an. Der 80-Jährige ist damit der dienstälteste Abgeordnete in der Geschichte nationaler deutscher Parlamente. In der Vergangenheit war er außerdem Bundesinnenminister, Bundesfinanzminister und Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

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