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Profilierter evangelikaler Theologe Werner Neuer gestorben

22.12.2025

Der Theologe und Pfarrer Werner Neuer (Schallbach bei Lörrach) verstarb am 21. Dezember. Foto: privat
Der Theologe und Pfarrer Werner Neuer (Schallbach bei Lörrach) verstarb am 21. Dezember. Foto: privat

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Der Theologe und Pfarrer Werner Neuer (Schallbach bei Lörrach) ist tot. Er starb am 21. Dezember im Alter von 74 Jahren nach langjähriger Krankheit. Das teilte seine Familie der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mit.

Neuer war der einzige Protestant, der seit 2004 als ständiger Gast zu den jährlichen Tagungen des Schülerkreises von Joseph Ratzinger eingeladen war, der von 2005 bis 2013 als Papst Benedikt XVI. amtierte.

Neuer war von 2000 bis November 2016 Dozent für Dogmatik, Ethik und Ökumene am Theologischen Seminar St. Chrischona (Bettingen bei Basel) und zeitweise Gastdozent für Theologie der Religionen an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel. Er galt als Fachmann für die Theologie des Schweizer Professors Adolf Schlatter (1852–1938).

Zum 65. Geburtstag widmeten ihm 26 evangelische und katholische Theologen und Philosophen eine Festschrift – mit einem Grußwort des Wiener Kardinals Christoph Schönborn. Sie trägt den Titel „Erkennen und Lieben in der Gegenwart Gottes“.

Nach seinem Studium der Geschichte, Politik, Geografie und Theologie promovierte Neuer 1985 an der Universität Marburg bei dem Theologen Carl Heinz Ratschow (1911–1999). Von 1990 bis 1997 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie der Universität Tübingen, danach Theologischer Referent der württembergischen Landeskirche.

Aktiv im Lebensschutz

Neuer engagierte sich auch für den Schutz menschlichen Lebens. Die maßgeblich von ihm verfasste „Salzburger Erklärung“ der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) wurde 2015 von vielen Persönlichkeiten aus der katholischen Kirche (darunter dem emeritierten Papst Benedikt XVI.), den orthodoxen und protestantischen Kirchen unterstützt. Sie wendet sich unter anderem gegen die Propagierung der Abtreibung als „Menschenrecht“, gegen aktive Sterbehilfe und die Gender-Ideologie.

Neuer war von 2010 bis November 2025 Vorsitzender der Theologischen Kommission der IKBG. Seit 2016 war er auch Mitglied im „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ unter Leitung von Ulrich Parzany. In diesem Zusammenhang positionierte er sich gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und die Zulassung praktizierender Homosexueller zum evangelischen Pfarramt.

Sein geistliches Kernanliegen war die biblisch-reformatorische und zugleich ökumenische Erneuerung von Theologie und Kirche im Sinne einer „evangelischen Katholizität“. In der Corona-Krise hatte sich Neuer wiederholt für die Zulassung von Präsenzgottesdiensten und für offene Debatten ausgesprochen.

Zudem war er seit 1990 Mitglied des IDEA-Trägerkreises. Neben theologischen Beiträgen schrieb der passionierte Liebhaber der Werke des Komponisten Johann Sebastian Bach (1685–1750) mehrfach zu diesem Thema.

Neuer hinterlässt seine Frau Rut, mit der er seit 1978 verheiratet war, sowie sieben Kinder. Wie seine Familie mitteilte, findet die Beerdigung am 30. Dezember um 12 Uhr in der Evangelischen Kirche in Schallbach statt.

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