Glaube
Neues Musical über die Offenbarung wird in Wetzlar uraufgeführt
23.04.2026

Mit dem Musical „Das Ende der Nacht“ kommt am 14. und 15. November ein neues Werk über das letzte Buch der Bibel – die Offenbarung des Johannes – auf die Bühne. Veranstalter ist der gemeinnützige Verein „soli deo gloria“ (sdg) aus dem mittelhessischen Hüttenberg. Die Uraufführung findet in der Buderus Arena in Wetzlar statt. Das gaben die Verantwortlichen am 23. April bei einer Pressekonferenz im Neuen Rathaus in Wetzlar bekannt.
Komponist ist der Arzt Peter Menger, die Leitung des Chors übernimmt seine Frau Deborah Menger. Der Titel des Musicals greift eine Aussage aus dem 22. Kapitel der Offenbarung auf, wonach es am Ende keine Nacht mehr geben werde. „Wenn man die Nacht verbindet mit den dunklen Seiten des Lebens und auch vielleicht den bösen Elementen, die uns auch begegnen und dem Unrecht und der Schlechtigkeit (...), dann ist das erstmal ein fantastischer Ausblick“, sagte Menger. Inhaltlich knüpft das Stück zugleich an die Jahreslosung 2026 an: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).

Erzählt aus der Perspektive eines Jungen auf Patmos
Die Handlung führt die Zuschauer auf die griechische Insel Patmos. Dort begegnet der Apostel Johannes einem Jungen namens Nikos und dessen Familie. Während Johannes seine Visionen aufschreibt und die Schriftrolle auf den Weg zu den sieben Gemeinden in der heutigen Türkei macht, entfaltet sich für die Zuschauer Schritt für Schritt die „göttliche Perspektive“ auf die Weltgeschichte. Menger ordnete die zahlreichen Visionen den sieben Gemeinden zu, um den Stoff für die Zuschauer überschaubar zu gliedern.
Bewusst werden dabei kindliche Nachfragen eingebaut, um das schwierige Material zugänglich zu machen. Inhaltlich gehe es darum, dass „der Sieg schon errungen ist“ und Jesus Christus „auf dem Thron sitzt“, so Menger. Beraten wurde er bei der theologischen Ausarbeitung von dem Professor an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Joel White.
Großproduktion mit rund 1.000 Ehrenamtlichen
Das Musical wird als Großproduktion mit Chor, Band, Streicher- und Bläserensemble, Solisten und Schauspielern umgesetzt. Hinzu kommen aufwendige Animationen und Projektionen, die unter anderem von einer Firma aus Kassel gestaltet werden. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit rund 1.000 ehrenamtlich Mitwirkenden. Vorgesehen sind etwa 20 Musiker und rund 20 Schauspieler. Der jüngste Schauspieler werde voraussichtlich zehn Jahre alt sein, sagte Deborah Menger.
Die Anmeldung zum Chor ist ab einem Alter von zehn Jahren möglich. Eine besondere musikalische oder bühnenbezogene Vorerfahrung ist nicht erforderlich, wie der Mediengestalter und Projektorganisator Daniel Eschner betonte: „Der Chor ist offen für jedermann. Also man braucht keine Vorbildung oder irgendwas.“ Es gehe um Menschen, die „Lust haben, sich da zu investieren“.
Die erste gemeinsame Chorprobe findet am 2. September in Gießen statt; geprobt wird mittwochs in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Gießen. Beim Vorgängermusical „Paul und Gretel – kein Märchen“ hatten rund 600 Sänger im Chor mitgewirkt; auch diesmal soll es nach Angaben der Veranstalter Platz für mehr geben.
Anknüpfen an den Erfolg von „Paul und Gretel“
Mit der Wahl Wetzlars als Aufführungsort knüpfen die Veranstalter bewusst an den Erfolg ihres vorherigen Musicals „Paul und Gretel – kein Märchen“ an, das 2022 uraufgeführt wurde. Der Vereinsvorsitzende Andreas Haupt (Hüttenberg) berichtete, dass das Stück seitdem an elf Orten gespielt wurde und rund 35.000 Zuschauer erreicht habe. Die nächsten Aufführungen sind für den 8. und 9. August bei der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg geplant.
Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) begrüßte die Entscheidung, die Premiere erneut in der Buderus Arena auszurichten.
Ermutigung in einer verunsicherten Gesellschaft
Deborah Menger verwies auf die gesellschaftliche Aktualität des Themas. Gerade jüngere Generationen erlebten, dass vertraute Normen ins Wanken gerieten und damit Ängste verbunden seien. Die Bibel gebe demgegenüber eine „Zuversicht und eine Ermutigung“. Peter Menger ergänzte, das Buch der Offenbarung sei lange auch von ihm selbst „stiefmütterlich behandelt“ worden. Dabei werde am Anfang und am Ende des Buches der „glücklich“ genannt, der sich damit beschäftige.
Der Ticketverkauf und die Anmeldungen für den Chor starten am 24. April.
Mitsingen oder zuschauen
Weitere Informationen unter www.sdg-ev.de und www.das-ende-der-nacht.de
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