Interview
Mallorca: Mit Jesus auf dem Partyboot
05.08.2025

Der evangelistische Sommereinsatz von der Initiative „Reach Mallorca“ unter anderem auf der bei Touristen beliebten Partymeile „Ballermann“ (Mallorca) hat mittlerweile Tradition. Was die Gruppe antreibt und was in diesem Jahr neu ist, hat einer der Mitgründer der Initiative, Gernot Elsner (Karlsruhe), IDEA-Leiterin Daniela Städter berichtet.
Empfohlene redaktionelle Inhalte
An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von Elevenlabs, die unser redaktionelles Angebot ergänzen. Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" stimmen Sie zu, dass wir diese und zukünftige Inhalte von Elevenlabs anzeigen dürfen. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.
Weitere Hinweise finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.
IDEA: Mit 350 ehrenamtlichen Teilnehmern ist Ihre Gruppe in diesem Jahr so groß und so international wie noch nie. Was bringt so viele Christen an Orten zusammen, wo andere feiern und manchmal auch abstürzen?
Gernot Elsner: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es in der Partyzone von Mallorca eine Offenheit für die Botschaft Jesu gibt. Das begeistert auch viele junge Christen, und sie wollen Teil der Initiative sein. Hinzu kommt die große Freundschaft unter den beteiligten Werken. Wir planen die Aktionen gemeinsam und schätzen die Gemeinschaft im Team. Unsere Gottesdienste sind mittlerweile zwei- oder dreisprachig. Dadurch werden wir auch für immer mehr Mitarbeiter interessant, die die Frohe Botschaft gerne in ihrer Muttersprache weitergeben wollen: Am Ballermann wird vor allem Deutsch gesprochen, in Magaluf vor allem Englisch und in Cala Rajada zumeist Spanisch. Überall sind wir tätig.
IDEA: Ihnen ist eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden wichtig. Warum?
Gernot Elsner: Wir haben bei „Reach Mallorca“ eine dreifache Mission: 1. Menschen mit dem Evangelium erreichen, 2. lokale Gemeinden unterstützen und 3. junge Menschen trainieren, einen evangelistischen Lebensstil zu leben. Auf der Insel gibt es rund 50 Gemeinden. Wir haben sie gefragt, wie wir sie mit Reach Mallorca unterstützen können. Wir sind anerkannt, weil wir auf der Insel eine christliche Trainingsschule haben, und weil wir als neutrale Organisation gelten, die keiner Gemeinde ihre Mitglieder abwerben will. Wir haben jetzt beispielsweise am 3. August abends ein großes Event gemacht: Sieben kleine Gemeinden haben es organisatorisch geplant, das Programm kam von uns. Sie haben ihren Gottesdienst ausfallen lassen, haben stattdessen gemeinsam für die Veranstaltung gebetet – und abends kamen 1.000 zu unserem Programm. Das war größer als jeder von ihnen allein hinbekommen hätte. So können wir durch unsere Arbeit die Gemeinden segnen.













IDEA: Neben den traditionellen Strandgottesdiensten in der Partyzone gibt es dieses Jahr etwas Neues. In Ihrer Pressemitteilung heißt es dazu: „Mit DJ und Jesus sticht in diesem Jahr ein Partyboot in den See.“ Wie passen Partyboot und Jesus zusammen?
Gernot Elsner: Sehr gut! Unsere Idee: Wir mieten ein Boot mit Platz für 90 Personen. Die eine Hälfte sind Christen, die anderen kennen Jesus noch nicht. Und wir bringen sie ins Gespräch. Das ist jetzt keine christliche Kaffeefahrt, wo man drei Stunden nicht wegkann und durchgehend mit dem Evangelium beschallt wird. Es gibt stattdessen einen kurzen Input, in dem wir beispielsweise „The Four“ erklären – also die vier Symbole, die für uns wichtig sind.
IDEA: Das müssen Sie auch uns erklären. Welche vier Symbole?
Gernot Elsner: Es geht um das Herz, ein Geteilt-Zeichen, das Kreuz und ein Fragezeichen. Das Herz steht dafür, dass wir Menschen lieben wollen, weil wir von Gott geliebt sind. Diese Bootsfahrt ist dafür ein symbolischer Ausdruck: Wir haben sie zu einem sehr günstigen Preis von zehn Euro angeboten. Das Geteiltzeichen macht deutlich, dass wir Dinge tun, die wir eigentlich nicht tun wollen. Das Kreuz steht für Jesus Christus, der uns erlöst hat, unsere Schuld trägt und uns frei macht. Und das Fragezeichen steht für die Frage, die sich jedem Menschen stellt: Was mache ich jetzt mit dieser Botschaft?
IDEA: Und was haben die Partygäste mit dieser Botschaft gemacht?
Gernot Elsner: Die Reaktionen waren teilweise sehr bewegend. Eine in Deutschland lebende Rumänin hatte Tränen in den Augen und sprach von einem ganz besonderen Moment. Sie hat einen orthodoxen Hintergrund aber konnte, so sagte sie, Gott irgendwann in der Kirche nicht mehr finden. Bei uns hatte sie den Eindruck, dass Gott sich überfall finden lässt, wenn sie anfängt, ihn zu suchen. Sie hat nach Gemeinden in ihrer Heimatstadt Aachen gefragt, die so glauben wie wir. Und dann war da ein englisches Ehepaar, die Frau ist Pastorin. Sie hat sich ganz viele Notizen gemacht. Sie will nun etwas ähnliches in England probieren. Das finde ich großartig! Meine Hoffnung ist, dass ganz viele Christen sagen: Wenn so etwas auf Mallorca in der Partyzone möglich ist, dann muss ich in meiner Heimat nicht den Kopf in den Sand stecken.
IDEA: Wie war die Stimmung an Bord?
Gernot Elsner: Sehr gut! Wir hatten drei christliche DJs an Bord, die auch schon am Abend zuvor bei einem Event an Land die Leute begeistert haben. Es gab Snacks und Getränke – aber kein Alkohol, was auf Mallorca schon besonders ist. Ich habe zu Beginn gesagt, dass dieses Boot noch bei einer anderen Sache besonders ist – dass es hier überproportional große Menge an Menschen gibt, die sich gerne über Gott unterhalten. Wir konnten uns nicht retten vor Anfragen und mussten vielen absagen. Ein Teil der Gäste kam über die örtlichen Gemeinden, die Freunde einladen konnten, und ein Teil über das Event am Vorabend, bei dem wir auch Einladungen ausgesprochen haben.
IDEA: In Deutschland gibt es dieses Traumwetter und die Strände nicht …
Gernot Elsner: Auch in Deutschland lassen sich neue kreative Wege finden, um zu evangelisieren. Im ersten Schritt geht es darum, Gemeinschaft miteinander zu haben, eine wertschätzende Atmosphäre zu schaffen, sich ungezwungen auszutauschen. Denn Gott kann einem wirklich überall begegnen! Das ist mein Appell: Seien Sie kreativ, gehen Sie neue Wege – an dem Ort, wo Sie zu Hause sind.
IDEA: Vielen Dank für das Gespräch!
Alle Fotos: Reach Mallorca
Lesen Sie hier ein Porträt über Jonas Ris. Er war lange Zeit vor allem an Mädchen, Alkohol und Drogen interessiert. Als er am „Ballermann“ auf eine Gruppe Christen traf, änderte sich sein Leben.
Über den Einsatz auf Mallorca
Seit 15 Jahren organisieren junge Christen aus Deutschland und der Schweiz während der Sommerferien Strandgottesdienste am Ballermann auf Mallorca. Insgesamt 14-mal an sieben Abenden finden diese vom 3. August bis 10. August an der Platja de Palma statt. In der britischen Partyzone in Magaluf sind zudem sogenannte „Street Angels“ (Straßenengel) im Einsatz, die betrunkene Touristen sicher ins Hotel bringen und so vor Unfällen oder sexueller Belästigung schützen. Organisatoren von „Reach Mallorca“ sind die Bibel- und Missionsschule Gospeltribe (Karlsruhe), die Jugendmissionsgemeinschaft (JMG) in Bielefeld, „The FOUR“ von „Campus für Christus“ (Schweiz und Österreich) und „Bridge Steps“ (Spanien und USA).
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank.



