Gesellschaft

Islamismus-Expertin geht rechtlich gegen Studie vor

Lesezeit: 2 min

Die Bloggerin Sigrid Herrmann. Foto: Picture Alliance/Jörg Carstensen
Die Bloggerin Sigrid Herrmann. Foto: Picture Alliance/Jörg Carstensen

Berlin (IDEA) – Die islamismuskritische Bloggerin Sigrid Herrmann hat juristische Schritte gegen die vom Bundesinnenministerium verbreitete Studie „Muslimfeindlichkeit – Eine deutsche Bilanz“ eingeleitet.

Hintergrund: Das Ministerium hatte die Studie bei einem „Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit“ in Auftrag gegeben. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, in der deutschen Gesellschaft sei „antimuslimischer Rassismus“ weit verbreitet. Kritiker werfen der Studie eine unsachgemäße Gleichsetzung von Islamkritik und Muslimfeindlichkeit vor. Außerdem bemängeln sie die Beteiligung islamistischer Verbände am Zustandekommen des Textes.

Laut einem Bericht der „Welt“ sieht Herrmann sich durch die Studie in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Die Diplom-Biologin betreibt den Blog „Islamismus und Gesellschaft“, in dem sie aus öffentlichen Quellen ersichtliche Erkenntnisse über die islamistische Szene und mutmaßliche Verbindungen von Personen des öffentlichen Lebens zu legalistisch-islamistischen Strukturen teilt.

In der Studie wird sie als Beispiel für Vorverurteilung und Muslimfeindlichkeit genannt. Sie sei eine „selbst ernannte Islamismusexpertin“, der fachliche Expertise fehle. Ihre Nachforschungen hätten Mutmaßungscharakter und seien häufig „bruchstückhaft und kontextlos“. Herrmann kritisiert, sie werde damit in dem Text falsch dargestellt.

Darüber hinaus enthalte er falsche Tatsachenbehauptungen. So werde ihr unterstellt, unzutreffende Extremismus-Vorwürfe gegen Mitarbeiter einer hessischen Islamismus-Beratungsstelle erhoben zu haben.

In einem Anwaltsschreiben verlangt Herrmann, dass das Bundesinnenministerium diese Behauptung nicht weiter verbreiten dürfe. Das Ministerium erklärte auf Anfrage der Welt, für den Inhalt der Studie sei allein der „Expertenkreis Muslimfeindlichkeit“ verantwortlich.

Lesen Sie zu der Studie „Muslimfeindlichkeit – Eine deutsche Bilanz“ auch den Kommentar von IDEA-Leiter Dennis Pfeifer: Eine Studie, die niemandem hilft

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