Menschenrechte

Indien: Bundesstaat hebt Anti-Bekehrungsgesetz auf

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Die Anti-Bekehrungsgesetze werden oft gegen religiöse Minderheiten wie Christen angewandt. Symbolfoto: pixabay.com
Die Anti-Bekehrungsgesetze werden oft gegen religiöse Minderheiten wie Christen angewandt. Symbolfoto: pixabay.com

Bangalore (IDEA) – Die Regierung des indischen Bundesstaates Karnataka hat angekündigt, das geltende Anti-Bekehrungsgesetz aufzuheben. Das meldet das christliche Hilfswerk Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main).

Hintergrund ist ein Regierungswechsel in dem Bundesstaat im Südosten des Landes. Im Mai hat in der Hauptstadt Bangalore die Kongresspartei die radikale hinduistische BJP als Regierungspartei abgelöst.

Die BJP hatte erst im September 2022 das sogenannte „Gesetz zum Schutz des Rechts auf Religionsfreiheit“ ratifiziert. Es sah unter anderem vor, dass ein Glaubenswechsel von den Behörden auf seine Rechtmäßigkeit überprüft und genehmigt werden musste.

Die Aufhebung des Gesetzes sei ein seltener Schritt, erklärte Open Doors. In weiteren elf der insgesamt 29 indischen Bundesstaaten gelten ähnliche Gesetze. Sie sollen vorgeblich Zwangsbekehrungen verhindern. In der Praxis dienten sie aber vor allem als rechtliche Basis, um die Ausbreitung des christlichen Glaubens zu bekämpfen. Auf ihrer Grundlage kann nahezu jede christliche Aktivität als Versuch einer Zwangsbekehrung interpretiert werden – selbst ein öffentliches Gebet oder karitative Hilfsangebote. Besonders bei der Arbeit unter den Dalits, der als „Unberührbare“ geächteten untersten Bevölkerungsschicht, werden helfenden Christen häufig Zwangsbekehrungen vorgeworfen.

72,5 Prozent der 1,38 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus, 14,5 Prozent Muslime, 4,9 Prozent Christen und 1,8 Prozent Sikhs. Auf dem Weltverfolgungsindex des von Open Doors belegt Indien den elften Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

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