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IDEA-Podcast: Christen müssen sich nicht alles gefallen lassen
Wie steht es mit der Aufforderung aus Römer, wenn möglich mit allen Menschen in Frieden zu leben? Und bedeutet das, Unrecht hinnehmen zu müssen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Folge des IDEA-Podcasts „Zwischen Tür und Himmel“.
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Müssen sich Christen alles gefallen lassen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die aktuelle Folge des IDEA-Podcasts „Zwischen Tür und Himmel“. Laut Pastor Simon Laufer (Heeslingen/Niedersachsen) sind Christen nicht dazu verpflichtet, übergriffiges Verhalten schweigend hinzunehmen.
Friedfertigkeit im Sinne der Bergpredigt bedeute weder Wehrlosigkeit noch Passivität, sondern einen bewussten Verzicht auf Vergeltung und Gewalt. Auch Jesus habe viel erduldet, aber nicht alles schweigend über sich ergehen lassen. Im Johannesevangelium reagiere Jesus auf eine ungerechtfertigte Ohrfeige mit den Worten: „Habe ich übel geredet, so beweise, dass es übel ist; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?“ (Johannes 18,23). Daraus ergebe sich ein Maßstab auch für das eigene Handeln: „Friedfertigkeit meint nicht Wehrlosigkeit.“ Christen dürften und sollten Grenzen setzen und Unrecht aussprechen.
Streit aus dem Weg gehen
Mit Blick auf den Römerbrief und das Gebot, wenn möglich mit allen in Frieden zu leben (Römer 12,18), erinnerte Laufer daran, dass das nicht in jeder Situation möglich sei. Manchmal sei Abstand besser. Als Beispiel nannte er Abraham und Lot aus dem Alten Testament, die sich getrennt hätten, um weiteren Streit zu vermeiden.
Wer aber wiederholt übergriffiges Verhalten erlebe – etwa auf dem Schulhof, im Büro oder in der Nachbarschaft –, müsse dies nicht schweigend hinnehmen. Vielmehr sollten Betroffene Grenzen aufzeigen und im Notfall Hilfe hinzuziehen, etwa von Lehrern, Vorgesetzten oder der Polizei. Wer aus falsch verstandener Zurückhaltung nicht handle, könne dazu beitragen, dass sich Unrecht verstärke oder ein Täter sich in seinem Verhalten bestärkt sehe, warnt Laufer.
Friedfertigkeit beginnt im Herzen
Friedfertigkeit beginne nach dem Neuen Testament im Inneren des Menschen und werde dort als „Frucht des Geistes“ bezeichnet, so Laufer weiter. Wenn der eigene Ärger überkoche, sei es ratsam, sich zunächst Zeit zum Gebet zu nehmen und Gott um Ruhe, Klarheit und Liebe zu bitten. Jesus sei nicht nur Vorbild, sondern helfe konkret dabei, „nicht Böses mit Bösem zu vergelten“, sondern „der Kraft des Bösen aktiv das Gute entgegenzusetzen“. Konflikte dürften ausgetragen werden – „aber eben nicht aus Zorn, sondern aus Liebe zur Wahrheit und einfach aus Liebe auch zu den Menschen heraus“.
Zum Podcast „Zwischen Tür und Himmel“
Der etwa zehnminütige Podcast ist ein Angebot der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar). Er erscheint 14-tägig auf ztuh.de sowie den gängigen Podcast-Apps (z. B. Spotify, Pocket Casts, Amazon Podcasts und Apple Podcasts). Zuhörer können ihre Lebens- und Glaubensfragen an ztuh@idea.de schicken. Eine Auswahl der Fragen wird in den Folgen aufgegriffen und diskutiert.