Porträt
Hoffnung für einen Sterbenskranken
06.10.2025

Christoph Muth (51) leidet an einer extrem seltenen Erkrankung. Über seine Situation und seine Hoffnung hat der Freikirchler mit Klaus Rösler gesprochen.
Er wuchs in einer christlichen Familie auf. Christ ist er, so lange er sich erinnern kann. „Ich habe immer gewusst, dass es Gott gibt und er mich nie allein lässt“, sagt Christoph Muth. Er wurde als Kind in der Landeskirche getauft und schloss sich später einer Brüdergemeinde in Düsseldorf an, wo er, wie er sagt, die „Gläubigentaufe“ empfing.
Heute ist er Mitglied in einer Freien evangelischen Gemeinde in Duisburg. Er heiratete, bekam drei Kinder, die heute zwischen neun und 23 Jahre alt sind. Beruflich war er zuletzt bei der Stadt Duisburg tätig, als Verwaltungsbeamter im technischen Bereich.
Als Kind hatte er Pfeiffersches Drüsenfieber mit starker Entzündung der Leber. Die Ärzte konnten helfen. Doch mit 25 bekam er plötzlich Angstschübe. Dagegen wurden im Antidepressiva der Wirkstoff gruppe SSRI verschrieben. Diese nahm er 20 Jahre lang – und wurde davon abhängig. Um davon loszukommen, wurde das Medikament ausgeschwemmt, also immer niedriger dosiert. Doch Muth litt unter starken Entzugserscheinungen.
Vor rund zwei Jahren hatte er einen Sportunfall. Rippenbrüche, infolge von Gleichgewichtsstörungen. Die Ärzte stellten ihn auf ein anderes Medikament um. Darauf bekam er einen Tremor, ein Muskelzittern. Und in seinem Körper kamen weitere Prozesse in Gang, die ihn vergifteten. Sein Nervensystem wurde stark geschädigt – mit Auffälligkeiten im Stammund Kleinhirn mit Seh- und Sprechstörungen.
„Ich fühle mich wie eine Mumie“
Heute ist das gesamte zentrale Nervensystem krank. Muth: „Ich fühle mich wie eine Mumie, lebendig begraben.“ Die eine Hälfte seines Körper hat Gänsehaut, die andere nicht. Er leidet unter Schüttelfrostwellen. Das Sprechen fällt ihm schwer. Immer wieder muss er weinen. Mit einer Folge: Sein Körper kommt nicht mehr zur Ruhe.
Ein weiteres Ausschleichen vom SSRI wäre bei ihm nun lebensgefährlich. Ärzte in Deutschland könnten ihm nicht mehr helfen, sagt er. Denn seine Multisystem-Erkrankung ist weltweit äußerst selten. Und sie kann zum Tode führen, wenn sie unbehandelt bleibt. Muth: „Mir rennt die Zeit davon.“
Hoffnung ruht auf Israel
Inzwischen hat er mit Hilfe von Medizinern herausgefunden, dass es zwei Kliniken auf der Welt gibt, die ihn behandeln könnten – eine Klinik in Japan und das Rambam-Krankenhaus in Haifa in Israel.
Die Klinik in Haifa gilt weltweit als führend bei der Behandlung von Nervenregeneration. Die israelischen Ärzte haben seine Unterlagen durchgesehen und signalisiert, dass eine Behandlung noch möglich ist. Allerdings müsse sie schnell erfolgen. Dass die Ärzte ihn untersuchen, wird 30.000 Euro kosten.
Insgesamt wird die Behandlung wohl bis zu 150.000 Euro teuer werden. Doch die Krankenkasse will nicht zahlen. Für Behandlungen im Ausland sei sie nicht zuständig, teilte sie mit. Also müsste Muth die Kosten privat übernehmen – Geld, das er nicht hat.
„Wir freuen uns über jedes Gebet“
Nun hat er mit Hilfe seines Sohnes und eines Rechtsanwaltes ein Treuhandkonto bei der Sparkasse in Duisburg eingerichtet und wirbt um Spenden. Er hofft, dass das Geld schnell eingeht und die Behandlung schon in den kommenden Tagen aufgenommen werden kann. Das ist ihm ein großes Gebetsanliegen. Muth: „Wir freuen uns über jeden Kontakt, jedes Gebet und jede Unterstützung.“
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